Eigentlich wollte der französische Unternehmer Eric Becker in der Elfenbeinküste Geschäfte mit dem Verkauf und dem Verleih von Katamaranen machen. Doch als er die Gewässer vor der Stadt Abidjan sah, kam ihm eine andere Idee: Er sammelte den dort schwimmenden Plastikmüll ein und baute daraus nach und nach eine schwimmende Insel. Etwas Zeit nahm der Bau allerdings schon in Anspruch: Begonnen wurde das Projekt im Jahr 2012, fertiggestellt wurde das etwas ungewöhnliche Bauwerk in diesem Jahr. Insgesamt wiegt die künstliche Insel inzwischen 200 Tonnen. Als Bauteile dienten vor allem Plastikflaschen und Styroporteile. Gleichzeitig wurden aber auch eher ungewöhnliche Gegenstände verwendet – etwa Flip Flops. Die zahlreichen in der Lagune schwimmenden Plastiktüten konnten hingegen nicht genutzt werden.


Foto: Water bottle, faungg’s photos, Flickr, CC BY-SA 2.0

Die Stromversorgung basiert auf Solarmodulen

Becker nutzt die Insel aktuell vor allem zur eigenen Erholung. Zukünftig möchte er dort aber auch Gäste empfangen. Eine Lösung für die Plastikmüll-Problematik sei sein Projekt aber nicht wirklich. Stattdessen setzt er sich für eine deutlich höhere Recycling-Quote ein. Erst wenn überall auf der Welt der Plastikmüll eingesammelt und wiederverwertet wird, dürfte sich auch die Menge an Abfall im Meer verringern, so seine Logik. Die selbst gebaute Insel verfügt inzwischen sogar über eine eigene Energieversorgung: Fest installierte Solarmodule sorgen für eine nachhaltige Stromproduktion. Potentielle Besucher auf der Insel können also durchaus den gewohnten Komfort erwarten. Ins dreckige Lagunen-Wasser müssen sie auch nicht springen: In der Mitte der Konstruktion befindet sich ein Frischwasser-Pool.

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Das Trinkwasser stammt noch vom Festland

Das verschmutzte Lagunen-Wasser stellt aber in anderer Hinsicht ein Problem dar. Denn die Wasserversorgung gestaltet sich dadurch vergleichsweise kompliziert: Das kühle Nass wird vom Festland auf die schwimmende Insel gepumpt. Eine direkte Versorgung mithilfe des umliegenden Wassers ist aufgrund der starken Verschmutzung nicht möglich. Weltweit gibt es eine ganze Reihe von Initiativen, die sich die Reinigung der Ozeane zum Ziel gesetzt haben. So gründete der Niederländer Boyan Slat das „Ocean Cleanup Project“. Die Organisation platzierte einen riesigen Fangarm auf dem Pazifik und sammelte inzwischen tatsächlich den ersten Plastikmüll ein. Noch wichtiger wäre es aber tatsächlich, endlich weltweit die Recycling-Quote signifikant zu erhöhen.

Via: Stern

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