Die Pariser Bürgermeisterin Anne Hidalgo sorgt seit ihrem Amtsantritt immer wieder für frischen Wind in der Verkehrspolitik. So sperrte sie beispielsweise einen Teil des Seine-Ufers für den Straßenverkehr und will die Zahl der Autos in der Stadt drastisch reduzieren. Ältere Dieselfahrzeuge wurden zudem aus der französischen Hauptstadt verbannt. Gleichzeitig zeigte sich Hidalgo aufgeschlossen gegenüber neuen Formen des Transports. So setzte sie sich vor zwei Jahren in ein Wassertaxi namens Sea Bubble und erzeugte so viel Aufmerksamkeit. Nun sind die kleinen Boote, die durch einen Elektromotor angetrieben werden und Geschwindigkeiten von bis zu 30 Stundenkilometern erreichen, bereit für den kommerziellen Einsatz. Aktuell finden daher bis Ende der Woche noch Testfahrten auf der Seine statt. Ab dem nächsten Frühjahr könnten dann Passagiere über das Wasser befördert werden.


Bild: Sea Bubbles

Die Boote schweben einen halben Meter über dem Wasser

Schon jetzt wirbt das Unternehmen rund um Gründer Alain Thebault mit dem Slogan: „Kein Lärm, keine Wellen, keine CO2-Emissionen“. Der erste und der letzte Punkt sollten sofort einleuchten: Sofern der Elektromotor mit Strom aus Erneuerbaren Energien betrieben wird, entstehen keine CO2-Emissionen und so gut wie kein Lärm. Warum aber verursachen die Boote keine Wellen? Dies liegt an der besonderen Konstruktion. Denn die Sea Bubbles fahren nicht auf dem Wasser, sondern schweben bis zu fünfzig Zentimeter über dem Fluss. Dies ermöglicht vergleichsweise hohe Geschwindigkeiten ohne all zu großen Energieverbrauch. Außerdem hat es den positiven Nebeneffekt, dass eben keine Wellen auftreten und so die anderen Nutzer der Seine nicht gestört werden. Erfinder Thebault spricht daher auch von einer Mischung aus Auto, Flugzeug und Schiff.

Auch andere Städte haben bereits Interesse angemeldet

In Paris sind die Pläne zur Implementierung dieser neuen Form des Transports schon am weitesten fortgeschritten. Zahlreiche andere Städte – darunter Amsterdam, Zürich und Monaco – haben aber ebenfalls schon Interesse angemeldet. Einige Städte wickeln zudem schon heute einen Teil des Verkehrs über Wasserwege ab. Sofern dafür bisher – wie etwa in Bangkok – Schiffe mit Verbrennungsmotor genutzt werden, könnten die Sea Bubbles eine umweltfreundliche Alternative darstellen. Voraussetzung ist allerdings, dass die Mitfahrer auch ihr Ziel erreichen. Eine Testfahrt auf dem Genfer See vor rund einem Jahr ließ daran Zweifel aufkommen: Dort sank eines der Boote auf den Grund. Aus Paris wurden bisher allerdings keine ähnlichen Zwischenfälle vermeldet. Aktuell kann also davon ausgegangen werden, dass in rund einem halben Jahr bis zu vier Passagiere mit einem Sea Bubble durch Paris fahren können.


Via: FAZ

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