Die wirkliche Ursache für Alzheimer ist wahrscheinlich entdeckt: Bislang konzentrierte sich die Forschung auf die Proteine Amyloid und Tau, die sich in großer Zahl in den Gehirnen von Alzheimerpatienten finden lassen. Doch neue Studien zeigen, dass die Ansiedlung dieser Stoffe eher eine Reaktion auf die Angriffe durch das Bakterium Porphyromonas Gingivalis darstellt.


Zahnfleischbakterien wandern ins menschliche Gehirn

Porphyromonas Gingivalis löst Zahnfleischentzündungen aus und wandert offensichtlich gern auch ins Gehirn. Die bisherige Annahme, dass entzündetes Zahnfleisch nur eines von vielen Risikofaktoren für die schwere Demenzkrankheit ist, scheint nach neuesten Untersuchungen nicht haltbar. Eher gibt es gute Gründe für eine neue Sichtweise, nämlich, dass die chronische Besiedlung durch Porphyromonas Gingivalis Alzheimer erst auslöst! Die Bakterien gelangen nicht, wie vormals angenommen, aufgrund der Gehirnerkrankung bis in den menschlichen Kopf, sondern sie sind vorher da.


Bei Mäusen lösen die Bakterien Gehirnentzündungen aus

Bei gesunden Mäusen lösen ins Gehirn injizierte Porphyromonas Gingivalis Entzündungen und Nervenschäden aus, im weiteren Verlauf entstehen immer dichter werdende Amyloid-Beläge. Die gute Nachricht: Ein Medikament, das die von den Bakterien gebildeten wichtigsten Giftstoffe blockt, kann wahrscheinlich Alzheimer verhindern und die Erkrankung vielleicht sogar bis zu einem gewissen Grad umkehren. Entsprechende klinische Studien beginnen noch in diesem Jahr, sie sind mit hohen Erwartungen belegt. Im besten Fall wird es demnächst eine wirksame Impfung gegen Alzheimer geben, oder zumindest gegen Zahnfleischentzündungen, die alles andere als harmlos sind und viele weitere Krankheiten auslösen können.

Wirksame Therapien und Impfungen werden sehnlichst erwartet

Demenz hat sich in den letzten Jahren zur fünfthäufigsten Todesursache der Welt aufgeschwungen. Millionen von Menschen sterben jedes Jahr an diesem schrecklichen Altersleiden, langsam und schleppend. 70 % von ihnen leiden an Alzheimer; der Bedarf nach wirksamen Therapiemöglichkeiten ist immens. Bis ins hohe Alter auch im Gehirn fit zu bleiben, das wünschen wir nicht nur unseren älteren Angehörigen, sondern ganz sicher auch uns selbst!

Quelle: newscientist.com

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.