Der Klimawandel setzt für die weltweiten Waldbestände einen Teufelskreis in Gang. Immer wieder gibt es regional Starkregen, der den Waldboden aufweicht. Die Wurzeln der Bäume finden weniger Halt und stürzen durch – ebenfalls immer häufiger auftretende – Stürme um. Die Menge an Totholz nimmt also zu. Das ist im wahrsten Sinne des Wortes ein gefundenes Fressen für Insekten wie den Borkenkäfer, der sich weit schneller als üblich vermehrt. Sie fallen über die verbliebenen Bäume her und zerstören diese, sodass es noch mehr Totholz und in der Folge noch mehr Insekten gibt, die dem Wald schaden.


Massive Störungen nehmen noch zu

Dieses Schreckensszenario haben Forscher am Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung (PIL) gezeichnet. Sie und Kollegen aus aller Welt werteten rund 600 Forschungsarbeiten aus den vergangenen 30 Jahren aus. „Unsere Studie zeigt, dass der Klimawandel Störfaktoren auf der ganzen Welt maßgeblich beeinflusst – und dass in nächster Zeit mit einem weiteren Anstieg von Störungen im Wald zu rechnen ist“ sagt Rupert Seidl von der Universität für Bodenkultur in Wien, der Leitautor der Studie.


Die Wälder nutzen den Menschen immer weniger

„Grundsätzlich sind natürliche Störungen wie Brände, Insektenbefall oder Stürme ein normaler Teil dieser Ökosysteme“, sagt Projektleiter Christopher Reyer vom PIK. Wenn der Wald durch natürliche Störungen etwas durcheinander gerate könne das sogar gut sein, weil die natürliche Erneuerung zu mehr Artenvielfalt führe. „Doch diese gewohnten Störungen haben sich in den letzten Jahren durch den Klimawandel bereits verändert“, so Reyer. „Das hat Folgen für die Fähigkeit des Waldes, den Menschen nützlich zu sein – zum Beispiel mit seinem Holz, als Schutz vor Lawinen oder auch einfach als Erholungsraum.“ Langfristig, so seine Befürchtung, könnten sich die gravierend verändern.

Beispiele: Waldbrände und Orkan Kyrill

In den vergangenen Jahren habe es bereits außergewöhnlich schwere Störungen gegeben, etwa großflächige verheerende Waldbrände in Kanada und Russland. Auch der Orkan Kyrill im Jahr 2007 passt in dieses Szenario, der riesige Waldflächen zerstörte und Verwüstungen in bewohntem Gebiet anrichtete. Die Schäden lagen nach Schätzungen bei einer Milliarde Euro.

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