In den mittleren Lebensjahren beginnt bei den meisten Menschen die Altersweitsichtigkeit. Bereits im Mittelalter wurde daher in Italien die Brille erfunden, um die Funktionsfähigkeit des Auges zu erhalten. Seitdem hat sich das zugrundeliegende Prinzip nicht groß verändert. Die Brillenlinse korrigiert die Fehlfunktion des Auges und so entsteht insgesamt ein scharfes Bild. Ein Wissenschaftler der University of Leeds geht die Problematik nun aber grundlegender an. Er hat eine künstliche Augenlinse entwickelt, die das menschliche Original ersetzen soll. Einmal eingesetzt, kann der Mensch dann auf das ständige Suchen der Brille verzichten. Mehr noch: Auch andere Fehlfunktionen der Linse – etwa Grauer Star – können so behoben werden.


Via: Treehugger Copyright: University of Leeds
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Die künstliche Linse interagiert mit den Augenmuskeln

Die neu entwickelte Linse besteht dabei aus Flüssigkristallen. Diese kommen beispielsweise auch bei der Produktion so genannter LCD-Bildschirme zum Einsatz. Sie haben den Vorteil, dass sie einerseits fest sind, andererseits aber auch auf Stimulierungen reagieren. Dies ist wichtig, wenn man den Aufbau des menschlichen Auges näher betrachtet. Dort sorgen Muskeln dafür, dass die Linse gekrümmt wird – je nachdem was man gerade betrachtet. Im Alter lässt die Flexibilität der Linse aber nach, was zu den bereits erwähnten Problemen führt. Die Linse aus Flüssigkristallen ist nun ebenfalls in der Lage die Muskelbewegungen aufzunehmen und sich dementsprechend anzupassen.

Operation erfolgt zumeist bei örtlicher Betäubung

Entwickelt wurde die Linse dabei von Devesh Mistry im Rahmen seiner Doktorarbeit. Diese möchte er im Jahr 2018 abschließen und dann auch den ersten funktionierenden Prototypen präsentieren. Er geht davon aus, dass bereits in sechs bis zehn Jahren erste Patienten eine der neuartigen Linsen eingesetzt bekommen könnten. Die Operation läuft dabei ähnlich ab wie bei einem Grauen Star heute. Die alte Linse wird mit Hilfe von Ultraschall gezielt zerstört und durch die neue Linse ersetzt. Dies kann in den meisten Fällen unter örtlicher Betäubung geschehen.


Via: Treehugger

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