Die Natur hat für die die Medizin einiges zu bieten. Es kommt immer wieder vor, dass Forscher einen Wirkstoff in Pflanzen finden, der in einem Medikament eingesetzt werden kann. So haben Forscher kürzlich in Nadelbäumen in China ein potenzielles Mittel gegen Krebs gefunden. Dieser hemmt unter anderem ein Protein, das bei vielen Krebsarten wichtig für die Bildung der Tumore ist. Bei der Entdeckung gibt es jedoch einen Haken.


Entdeckung in letzter Sekunde

Niemand weiß, wie viele potenziell wichtige Wirkstoffe sich noch unentdeckt in Regenwäldern und anderen Ökosystemen versteckt ist. Relativ sicher ist aber: Oft sterben Pflanzenarten aus, über deren Potential für medizinische Behandlungen schlicht noch niemand Bescheid weiß.


So wäre es fast auch bei den chinesischen Kieferngewächsen der Art Abies beshanzuensis geschehen. Denn von diesen Nadelbäumen gibt es auf der ganzen Welt nur noch drei Exemplare. Quasi in letzter Sekunde hat ein Team rund um Mingji Dai von der Purdue University in West Lafayette den potentiellen Anti-Krebs-Wirkstoff entdeckt.

In ihrer Studie untersuchte das Team die Rinde und die Nadeln des Baumes in der Hoffnung, für die Medizin interessante Inhaltsstoffe zu finden. Unter anderem fanden die Forscher Stoffe aus der Gruppe der Sesquiterpenoide, die sie im Labor synthetisch nachbildeten. Außerdem erschuf das Team einige Analoga der gefundenen Stoffe, die sich strukturell ein wenig von den Originalen unterscheiden.

Modifizierter Stoff verspricht Erfolg

Letztlich war es dann eines dieser modifizierten Moleküle, das offenbar tatsächlich großes medizinisches Potential hat. Das vorläufig auf den Namen „Verbindung 30“ getaufte Molekül hemmt das Protein Tyrosin-Phosphatase SHP2, das von wesentlicher Bedeutung für die Bildung von Tumoren ist. SHP2-Hemmer gehören zu den vielversprechendsten Ansätzen bei der Entwicklung von neuen Krebstherapien.

Der gefundene Wirkstoff hat gegenüber bisher bekannten SHP2-Hemmstoffen einen wichtigen Vorteil: Er bindet sich an das Protein und kann es so nachhaltig blockieren. Außerdem kann „Verbindung 30“ die Wirkung von Krebsmedikamenten wie Etoposid steigern.

Wir haben hier somit möglicherweise einen Ansatz gefunden, einige heute bereits verwendete Medikamente weiter zu verbessern„, erklärt Dai. Die Forscher wollen die Wirkung des Stoffes nun weiter untersuchen und hoffen, dass sich das bisher offengelegte Potential auch nutzen lässt.

via Purdue University

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2 Kommentare

  1. Christoph

    22. Januar 2019 at 00:59

    Und was wird aus den Nadelbäumen? Wird man ihren Bestand jetzt irgendwie versuchen zu retten oder was geht da? Ich meine, das muss doch weiterhin entstehen und abgebaut werden können. Wer sichert den Bestand dieser Bäume?

  2. Alexander Trisko

    22. Januar 2019 at 15:05

    Eine Baumart, von der es nur noch drei Exemplare gibt, wird wahrscheinlich aussterben. Der Wirkstoff kann jedoch synthetisch hergestellt werden.

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