Der zoologisch-botanische Garten im Stuttgarter Stadtteil Bad Cannstatt ist unter dem Namen Wilhelma bekannt. Mit knapp 1.200 unterschiedlichen Arten handelt es sich um den zweitartenreichsten Zoo in Deutschland. Übertroffen wird er nur vom Zoologischen Garten in Berlin. Hinzu kommen in Stuttgart zudem noch rund 8.500 Pflanzenarten. Für die – in normalen Zeiten – rund 1,6 Millionen Besucher jährlich gibt es also einiges zu sehen. Interessanterweise handelt es sich bei der Wilhelma zudem um einen landeseigenen Betrieb. Dieser ist direkt beim baden-württembergischen Finanzministerium angesiedelt. Neben dem Zoobetrieb gehört daher auch die Pflege der Grünanlagen des Landes innerhalb Stuttgarts zu den Aufgaben. Auch hier spielt das Thema Artenvielfalt eine Rolle. Dies beweist unter anderem ein jetzt ausgezeichnetes Projekt zum Schutz von Schmetterlingen.


Das Ziel ist ein breites Netz an insektenfreundlichen Wiesen

So haben die Experten bisher dreizehn öffentliche Wiesen in Stuttgart identifiziert, die seitdem besonders gepflegt werden. Diese werden beispielsweise nur noch zweimal jährlich gemäht und so selten wie möglich gedüngt. Stattdessen werden Wildblumen ausgesät, Altgrasinseln stehen gelassen und ein gewisser Wildwuchs zugelassen. All dies sorgt dafür, dass kleine Biotope entstehen, die für das Leben von Schmetterlingen von entscheidender Bedeutung sind. Das Ziel ist es zudem, konstant weitere Grünflächen hinzuzufügen und so irgendwann ein die ganze Stadt überziehendes Netz an insektenfreundlichen Wiesen zu erhalten. Davon würden dann nicht nur die immer wieder erwähnten Schmetterlinge profitieren, sondern auch zahlreiche andere Insektenarten. Das Projekt leistet somit einen wichtigen Beitrag zum Erhalt der Artenvielfalt in der Landeshauptstadt.


Andere Kommunen sollen sich ein Beispiel nehmen

Erste Erfolge hat der Ansatz bereits mit sich gebracht. So leben in Stuttgart mit dem Himmelblauer-Bläuling und dem Malven-Dickkopffalter zwei Schmetterlingsarten, die sonst in Baden-Württemberg als gefährdet gelten. Das von der Wilhelma gemeinsam mit der Naturschutzorganisation BUND durchgeführte Projekt wurde daher nun mit dem Landesnaturschutzpreis 2020 der Stiftung Naturschutzfonds ausgezeichnet. Damit einher ging auch ein Preisgeld in Höhe von 2250 Euro, das umgehend wieder in den Artenschutz investiert werden soll. Mittelfristig wollen die beiden Projektpartner sich zudem nicht mehr damit begnügen, nur die eigenen Grünflächen entsprechend zu nutzen. Stattdessen besteht der Wunsch, dass sich Firmen, Privatleute und andere Kommunen ein Beispiel nehmen und ebenfalls dezentrale Biotope für Schmetterlinge und andere Insekten schaffen.

Via: Stuttgarter Nachrichten

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