Vögel sorgen in Städten und auf dem Land gleichermaßen für eine einzigartige Soundkulisse. Diese bringt auch für den Menschen nicht unerhebliche Vorteile mit sich. Denn Forscher haben bereits nachgewiesen, dass Vogelgezwitscher in den meisten Fällen eine ausgeglichene und zufriedene innerliche Stimmung befördert. Dies wiederum bringt positive gesundheitliche Effekte mit sich. Vor diesem Hintergrund ist ein nun vorgestelltes Forschungsergebnis durchaus problematisch. So haben Wissenschaftler nachgewiesen, dass der Vogelgesang in Europa und Nordamerika in den letzten Jahren und Jahrzehnten zum einen leiser und zum anderen auch eintöniger geworden ist. Für ihre Analysen konnten die Forscher auf Daten zurückgreifen, die in den vergangenen 25 Jahren im Rahmen sogenannter Citizen-Science-Projekte gewonnen wurden. Es waren also ganz normale Bürger, die die Vögel beobachtet und den Gesang dokumentiert haben. Auf dieser Basis ließen sich dann Vogelgesangs-Klanglandschaften erstellen, die die Entwicklung in den vergangenen zweieinhalb Jahrzehnten darstellten.


Der Mensch trägt an der Entwicklung mehr als nur eine Mitschuld

Warum aber klingt das Gezwitscher der Vögel heute anders als in der Vergangenheit? Die Antwort darauf ist recht simpel: Einerseits hat sich die Artenvielfalt stark reduziert. Es gibt an den meisten Orten also schlicht deutlich weniger Vogelarten als früher. Dadurch wiederum wird der Klangteppich deutlich eintöniger. Gleichzeitig haben sich auch bei den noch vorhandenen Arten die Populationen verkleinert. Weil das Gezwitscher dadurch aus weniger Kehlen kommt, reduziert sich naturgemäß auch die Lautstärke. Tatsächlich ist der Mensch an der sich reduzierenden Artenvielfalt keineswegs unschuldig. So steht die intensive Landwirtschaft immer wieder im Fokus, weil sie unter anderem Insekten das Überleben extrem schwierig macht. Dadurch wiederum fällt oftmals auch eine Nahrungsquelle für viele Vogelarten weg. Aber auch die Bebauung in den Innenstädten ist oft so gestaltet, dass Vögel dort nur noch wenig Platz finden. Anders als oftmals behauptet, spielen Windräder in diesem Zusammenhang hingegen nur eine untergeordnete Rolle.


Der Artenschwund bringt drei Probleme mit sich

Die an der jetzt veröffentlichten Studie beteiligten Forscher sehen den Rückgang der Artenvielfalt bei den Vögeln aus drei Gründen als problematisch an:

1. Wie bereits erwähnt, reduzieren sich dadurch die positiven gesundheitlichen Auswirkungen auf den menschlichen Organismus.

2. Die verschwundenen Arten können nun ihre Aufgaben innerhalb der lokalen Ökosysteme nicht mehr erfüllen. Dies wiederum stellt dann auch andere noch vorhandene Tier- und Pflanzenarten vor Probleme.

3. Insbesondere in den Städten entkoppelt sich der Mensch dadurch immer weiter von der Natur. Dies wiederum könnte etwa das Bewusstsein für Umweltschutz-Problematiken sinken lassen.

Eine leicht optimistische Schlussfolgerung ziehen die Forscher allerdings auch: Weil der Mensch für den Artenschwund bei den Vögeln verantwortlich ist, liegt es theoretisch auch in seiner Hand, den Prozess wieder umzukehren.

Via: Der Standard

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