Im Gewerbegebiet der Stadt Bochum ist es schon Realität: Dort trägt Grubenwasser seit 2013 dazu bei, dass es die Schüler zweier Schulen kuschelig warm haben. Auch eine Feuerwache profitiert vom klimafreundlichen Heizsystem. Jetzt haben Forscher der Ruhr-Universität Bochum das »Projekt Grubenwasser Ruhr« ins Leben gerufen, um die Energiequelle umfangreicher zu nutzen.


Von <a href=“//commons.wikimedia.org/wiki/User:Geolina163″ title=“User:Geolina163″>Geolina163</a> – <span class=“int-own-work“ lang=“de“>Eigenes Werk</span>, CC BY-SA 4.0, Link

Grubenwasser und Wärmepumpen sparen große Mengen CO2

Das Grubenwasser selbst ist nur etwa 20 bis 30 Grad warm, das reicht gerade aus für moderne Niedertemperaturheizungen. Würde man mit diesem Wasser Wärmepumpen betreiben, ließe sich genug Energie produzieren, um auch andere Heizungen damit zu betreiben, die eine höhere Betriebstemperatur benötigen. Hermann-Josef Wagner, der mit am Projekt arbeitet, erklärt dazu: »Für einen möglichen Kunden mit einer beheizten Fläche von circa 3.500 Quadratmetern können durch Einsatz einer mit Grubenwasserwärme betriebenen Wärmepumpe 40 Tonnen CO2 pro Jahr im Gegensatz zu einer herkömmlichen Gasversorgung eingespart werden.«

70 Millionen Kubikmeter stehen pro Jahr zur Verfügung

Das Grubenwasser aus den nicht mehr genutzten Steinkohleschächten muss ohnehin dauerhaft überwacht und regelmäßig abgepumpt werden. Sonst mischt es sich mit dem Grundwasser und verursacht dadurch Umweltschäden. Pro Jahr kommen etwa 70 Millionen Kubikmeter Warmwasser zusammen, die bisher sang- und klanglos verschwanden. Die Wärmeenergie aus diesem Wasser soll demnächst direkt vor Ort genutzt werden, denn ein Transport über größere Strecken macht keinen Sinn. Außerdem ist die Reichweite der Heiztechnik auf einen Umkreis von ungefähr 5 Kilometern beschränkt.


Drei Standorte kristallisieren sich derzeit heraus, die alles mitbringen, was den effektiven Einsatz von Grubenwasserheizungen begünstigt: ein Bochumer Gewerbepark, die »Wasserstadt« in Kamen-Bergkamen und ein Essener Neubaugebiet. Das Energiekonzept des neuen Bergkamener Quartiers sieht die Einbindung des neuen Heizsystems bereits vor, das Wasser soll ab 2023 aus etwa 600 Meter Tiefe ins Leitungsnetz befördert werden. 200 Häuser werden dann auf diese Weise versorgt.

Quelle: scinexx.de

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