Tote Elefanten sind in Botswana grundsätzlich kein ganz neuer Anblick. Oftmals sind dafür Wilderer verantwortlich. Diese haben es in erster Linie auf das Elfenbein der Stoßzähne abgesehen. Die Funde der letzten Zeit stellen Tierschützer und Behörden nun aber vor ein Rätsel. Alleine die Organisation Elephants Without Borders (EWB) hat in den letzten Wochen mindestens 356 Elefanten-Kadaver entdeckt. Die Besonderheit: Bei allen waren die Stoßzähne noch vorhanden. Wilderer scheinen daher als Ursache für den Tod nicht in Frage zu kommen. Zumal die Tiere keine sichtbaren äußeren Verletzungen aufwiesen. Auch eine Vergiftung kann inzwischen weitgehend ausgeschlossen werden. Denn Aasfresser oder andere Tiere in der Nähe sind von den rätselhaften Todesfällen nicht betroffen. Tests auf eine mögliche Milzbrand-Erkrankung wiederum fielen negativ aus.


By M. Disdero (Own work) [CC BY-SA 2.5 (http://creativecommons.org/licenses/by-sa/2.5)], via Wikimedia Commons

Viele der Tiere fielen einfach Tod um

Damit aber ist völlig unklar, woran die Tiere verstorben sind. Zumindest konnten inzwischen einige Symptome beobachtet werden. So wirkten die Tiere schon vorher schwach und lethargisch und wiesen Probleme bei der Orientierung auf. Auch Zeichen einer teilweisen Lähmung wurden beobachtet. Experten halten daher eine neurologische Erkrankung für wahrscheinlich. Auf der anderen Seite wurden die meisten toten Tiere auf dem Bauch liegend gefunden. Dies spricht für einen sehr plötzlichen Tod. Die Regierung von Botswana hat bei den toten Tieren nun Proben entnommen und diese in verschiedene spezialisierte Labore geschickt. Dort wird nun fieberhaft nach der Ursache für das Massensterben gesucht. Um eine Gefährdung der Bevölkerung auszuschließen, sollen zudem Kadaver, die in der Nähe von menschlichen Siedlungen liegen, entfernt werden.

Die Großwildjagd ist theoretisch wieder erlaubt

Insgesamt leben in Botswana rund 130.000 Elefanten. Viele Einwohner – insbesondere Kleinbauern – sind davon alles andere als begeistert. Denn die riesigen Tiere dringen teilweise in Siedlungen ein und zerstören Felder. Außerdem werden Flora und Fauna teilweise weitläufig zerstört. Auch die Regierung ist sich dieser Problematik bewusst. So existierten im vergangenen Jahr sogar Pläne, einige Tiere gezielt zu jagen und daraus Hundefutter zu machen. Letztlich entschied man sich aber für einen anderen Weg. So ist inzwischen die Großwildjagd unter Auflagen wieder erlaubt. Die dadurch eingenommenen Gelder sollen dann wiederum genutzt werden, um den Kampf gegen die illegale Wilderei zu finanzieren. Die Coronakrise hat den Tourismus allerdings fast vollständig zum Erliegen gebracht. In Botswana ist daher aktuell – ähnlich wie in vielen anderen Ländern auch – die weitere Finanzierung der Anti-Wilderer-Einheiten mehr oder weniger ungeklärt.


Via: FAZ

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