Sergio Gamberini von der Ocean Reef Group experimentiert seit knapp zwei Jahren an einem Garten im Mittelmeer, der die Zukunft der Nahrungsmittelproduktion prägen könnte. Einige Meter unter der Wasseroberfläche ist es warm, sonnig und auch feucht. Zudem herrscht ein konstanter Witterungszustand. Stürme oberhalb der Wasseroberfläche werden kaum wahrgenommen, auch die Temperatur schwankt nur minimal. Optimale Voraussetzungen also für die Pflanzenzucht. Was ein wenig nach Utopie klingt, ist Gamberini bereits mit dem Projekt Nemo´s Garden gelungen. Bisher werden von den Italienern sieben unterseeische Gewächshäuser bewirtschaftet. Erdbeeren, Kopfsalat, Basilikum und auch Bohne waren schon Teil der Ernte.


Nemos Garden

Unterwassergarten mitten im Meer

Die Unterwasser-Gärten des Projekts „Nemo´s Garden“ befinden sich vor der Küste von Noli. Die Gewächshäuser ähneln ein wenig gigantischen Ballons, die in die Länge gezogen sind. Die Pflanzen und auch das Gemüse befinden sich in einer Luftblase im Trockenen. Die stabilen Kuppeln umschließen die Gewächse und ermöglichen das Einfallen von Licht. Knapp acht Meter unter der Wasseroberfläche sind die Gewächshäuser im Boden verankert. Die Bedingungen sind dabei so gut, dass die Pflanzen besonders schnell wachsen. Aufgrund dieser Tatsache, konnten auch so manche Rückschläge bei der Ernte besser verkraftet werden. So kam es auch zu Beginn vier Mal dazu, dass die Forscher die komplette Ernte verloren. Das unter der See geerntete Basilikum wurde auch schon als Pesto bei den Gamberinis auf Partys mit Freunden serviert.


Nemos Garden

Und so funktionierts

Die Ballon-förmigen Gewächshäuser sind nach unten hin offen. Somit gelangt Meerwasser in den Ballon, verdunstet und kondensiert am oberen Rand. Sind die Tropfen groß genug, fallen diese als Süßwasser auf die Pflanzen und sorgen für die Bewässerung. Der Vorteil bei den Gewächshäusern unter Wasser ist daher, dass diese kaum Energie und Pflege benötigen. Zudem sind die Pflanzen auch sicher vor Schädlingen. Die Gewächshäuser sind tief genug um vor Sturm und Wellen geschützt zu sein, jedoch hoch genug um noch genügend Sonne abzubekommen. In naher Zukunft sollen auch Pilze und weitere Pflanzen angebaut werden. Die Pflanzen sind mit Sensoren ausgestattet, deren Werte auch online abgefagt werden können.

Zukunftseinsatz

Die Vorteile der Unterwasser-Gewächshäuser liegen auf der Hand. In Zukunft könnten die unterseeischen Gewächshäuser Landwirtschaft in Küstenregionen ermöglichen, wo es nur schwer möglich ist konventionelle Landwirtschaft zu betreiben. Bis September haben die italienischen Behörden den Betrieb des bisher einzigartigen Unterwassergartens genehmigt. Nemo´s Garden ist Teil der Expo 2015, die seit Mai bereits in Milano stattfindet. Das Motto lautet „Den Planeten ernähren, Energie für das Leben“.

Nemo´s Garden im Video

Quellen: Golem, Washington Post

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