Der Ringer Alexander Leipold gewann bei den Olympischen Spielen 2000 das Finale klar mit 4:0. Auf die riesige Freude folgte schon wenig später aber der Schock: In seiner Dopingprobe wurde ein über dem Grenzwert liegender Nandrolon-Wert festgestellt. Leipold musste seine Goldmedaille wieder abgeben. Einen Dopingverstoß stritt er aber vehement ab. Sein Argument: Die festgestellte Menge an Nandrolon kann durchaus auch vom menschlichen Körper selbst produziert werden. Damals allerdings gab es keine Möglichkeit festzustellen, woher die Substanz tatsächlich stammte. Am Ende eines langen Rechtsstreits steht inzwischen ein durchaus kurioser Kompromiss: Leipold darf sich „Sieger der Olympischen Spiele 2000 in Sydney“ nennen – nicht aber „Olympiasieger“. Sollte sich die Geschichte heute noch einmal wiederholen, hätte der Ringer vermutlich bessere Chancen. Denn sogenannte Atomwaagen verfügen inzwischen über eine deutlich höhere Leistungsfähigkeit.


Das Gewicht der Atome kann Dopingsünder entlasten

Bei der sogenannten Isotopenanalyse werden Atome über eine kurze Distanz durch die Luft geschickt. Je schwerer die untersuchte Einheit ist, desto länger benötigt sie für die Strecke. Auf diese Weise lässt sich das Gewicht inzwischen sehr exakt bestimmen. Dies wiederum ermöglicht es, die genaue Neutronenzahl zu ermitteln. Der Hintergrund: Bei Isotopen handelt es sich um Varianten eines Atoms, die über die gleichen chemischen Eigenschaften verfügen, aber unterschiedlich schwer sind. Mit den neuen Atomwaagen können inzwischen die Isotope von Kohlenstoff, Sauerstoff, Wasserstoff oder Stickstoff bestimmt werden. Der Clou: Wird eine Substanz im menschlichen Körper produziert, orientiert sich die Gewichtsverteilung an der unserer Nahrung. Kommt eine Substanz hingegen aus dem Labor basiert sie zumeist auf Erdöl – wodurch sich ein anderes Isotopen-Verhältnis ergibt. Die entsprechenden Messungen können einen vermeintlichen Dopingsünder also entlasten – oder den Verdacht erhärten.


Ehemalige Grundstücksbesitzer können zur Rechenschaft gezogen werden

Eine der neuen leistungsfähigen Atomwaagen steht an der TU München. Dort wird die Analyse im Wesentlichen in zwei Edelstahlrohren durchgeführt. Im ersten wird der Stoff verbrannt, sodass CO2 entsteht. Im zweiten Rohr wird dann schließlich die genaue Isotopenzahl bestimmt. Tatsächlich liegen die Abweichungen jeweils nur im Promillebereich. Inzwischen ist die Messtechnik aber genau genug, um validierte Aussagen treffen zu können. Nützlich ist dies nicht nur beim Kampf gegen Dopingsünder. Auch die Drogenfahndung konnte auf diese Weise bereits erstaunliche Erkenntnisse gewinnen. So stellte das Bundeskriminalamt vor einiger Zeit fest, dass fast alle untersuchten Rauschdrogen aus einem einzigen Labor in China stammten. Interessant ist auch die Anwendung in der Umweltökonomie. Wird beispielsweise auf einem Grundstück eine Belastung mit Schadstoffen festgestellt, kann so untersucht werden, welcher Vorbesitzer dafür verantwortlich ist.

Via: DLF

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