Die Folgen der Corona-Krise unterscheiden sich von Land zu Land. Es gibt aber auch globale Auswirkungen. So ist die Zahl der Flugbewegungen stark zurückgegangen. Selbiges gilt für den Welthandel, weshalb beispielsweise deutlich weniger Schiffe und Lastwagen unterwegs sind. Wissenschaftler haben nun auf eine interessante Folge dieser Entwicklung hingewiesen: Es ist auf der ganzen Welt deutlich leiser geworden. In Belgien beispielsweise hat die weitgehende Ausgangssperre dafür gesorgt, dass der landesweite Lärmpegel auf das Niveau eines Weihnachtsabends gesunken ist. Von dieser Entwicklung profitiert auf der einen Seite natürlich die Tierwelt, weil sie weniger störenden Einflüssen ausgesetzt ist. Bewiesen wurde dies bereits im Jahr 2001 in Kanada. Damals kam es in Folge der Terroranschläge des 11. Septembers ebenfalls zu einer vorübergehenden Einstellung der Seefahrt.


Ozean
Symbolbild
Foto: The Atlantic Ocean, Milan Boers, Flickr, CC BY-SA 2.0

Erschütterungen unter der Erde werden nicht mehr übertönt

Bei einer zufällig stattfindenden Studie in einer kanadischen Bucht machten Forscher dabei eine interessante Entdeckung: Innerhalb kürzester Zeit reduzierte sich bei den untersuchten Walen die Ausschüttung von Stresshormonen. Dieser Effekt dürfte sich auch auf zahlreiche andere Tierarten übertragen lassen. Zumal die Corona-Krise auch noch andere für die Tiere positive Folgen hat. So verbessert sich in vielen Regionen aktuell beispielsweise die Luftqualität stark. Neben der Fauna gibt es aber auch einige Wissenschaftler, die von der ungewohnten Stille profitieren. Dazu gehören unter anderem Erdbeben-Forscher. Denn diese können mit ihren Geräten nun deutlich mehr relevante Daten erfassen als in der Vergangenheit. So werden nun auch Erschütterungen im Inneren der Erde erfasst, die sonst von anderen Nebengeräuschen maskiert werden. Langfristig könnte dies eine deutlich breitere Datenbasis zur Folge haben.

Die Wirtschaft nimmt langsam wieder Fahrt auf

Um die Folgen der Stille für die Forscher zu veranschaulichen, nutzte der griechische Erdbeben-Experte Efthimios Sokos gegenüber der Nachrichtenagentur Reuters einen interessanten Vergleich: Er fühle sich wie ein Astronom in einer Stadt, in der alle Lichter ausgeschaltet wurden. Das Phänomen lässt sich zudem auch auf viele andere Bereiche der Wissenschaft übertragen. So dürfte es aktuell beispielsweise auch deutlich leichter sein, Singvögel zu hören und für Studienzwecke zu erfassen. Wie lange die aktuelle Situation allerdings noch anhalten wird, ist unklar. In China beispielsweise hat die Wirtschaft die Produktion bereits wieder hochgefahren. Über kurz oder lang dürfte sich ein nicht unerheblicher Teil dieser Waren auf den Weg nach Europa und Nordamerika machen. Mit der Ruhe auf den Weltmeeren dürfte es dann langsam wieder vorbei sein.


Via: Treehugger

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