Ultrafiltration kann schon was. Sie entfernt Verunreinigungen aus dem Wasser, selbst Krankheitserreger wie Viren, Bakterien und andere Mikroorganismen. Wer sich häufig draußen aufhält, vor allem in Regionen, die nicht über eine sichere Wasserversorgung verfügen, nimmt derartige Anlagen mit auf Reisen oder zum abgelegenen Arbeitsplatz.


Für Salz reicht es allerdings nicht, ebenso wenig für Schwermetalle, Pestizide und andere Chemikalien sowie radioaktive Partikel. Das will LifeSaver, ein britischer Hersteller von mobilen Ultrafiltrationsanlagen, jetzt ändern. Die Spezialisten für Filter haben sich mit den Experten für Graphen zusammengetan, dem National Graphene Institute, das an der University of Manchester beheimatet ist. Dort wurde das weltweit erste Graphen hergestellt.


Membran mit extrem kleinen Poren

Graphen ist eine einzige Schicht aus Kohlenstoffatomen, die bienenwabenförmig angeordnet sind. Das stärkste Material der Welt, das auch andere faszinierende Eigenschaften hat, lässt sich so modifizieren, dass es Poren bildet, die nur noch ein bis drei Nanometer groß sind. Die besten Ultrafiltrationsmembranen, die derzeit hergestellt werden, kommen auf 15 Nanometer.

„Die Herstellung eines tragbaren Filters auf Graphenbasis ist schon lange unser Traum“, sagt Professor Rahul Nair, der das Projekt leitet. „Durch die Zusammenarbeit mit LifeSaver wird er schneller realisiert.“ LifeSaver-Chef Chris Marsden setzt ebenfalls große Erwartungen in die Zusammenarbeit. „Die Partnerschaft mit NGI erregt uns alle“, so Marsden. „Sie verspricht uns zu einem Durchbruch bei unserer Wasserreinigungstechnik zu verhelfen.“

Naturkatastrophen waren der Auslöser

An der Uni in Manchester lehrten und forschten die russischen Professoren Konstantin Novoselov und Andre Geim. 2004 stellten sie das erste Graphen her, und das auf eine überraschend einfache Weise. Sie klebten auf einen Graphitblock Tesafilm und zogen es wieder ab. -auf der Klebeseite blieb Graphen hängen. Den Film ätzten sie weg. 2010 bekamen die beiden Wissenschaftler dafür den Physik-Nobelpreis.

LifeSaver wurde im Jahr 2007 als Reaktion auf den Hurrikan Katrina, der New Orleans und andere Städte verwüstete, und den verheerenden Tsunami, der 2004 unter den Anrainern des Indischen Ozeans 230.000 Todesopfer forderte. Die Menschen litten nicht nur unter den direkten Folgen der Naturkatastrophen, sondern auch unter dem Mangel an sauberem Trinkwasser. Das sollte nicht wieder vorkommen, schworen sich die LifeSaver-Gründer.

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