Die Keimzelle der nordfriesischen Energiewende liegt im Dorf Reußenköge. Hier hat sich das Unternehmen GP Joule auf einem nostalgischen Bauernhof angesiedelt, scheinbar fernab der modernen Welt. Doch die Kulisse täuscht: Wir befinden uns mitten in der Gegenwart – auf rasantem Weg in die Zukunft. Denn zwischen der Grenze zu Dänemark und der Stadt Husum verbreitet sich ein Energiekonzept, das Beachtung verdient.


 

Wasserstoffproduktion mittels erneuerbarer Energien

Wasserstoffautos, Linienbusse und demnächst auch LKW

In der Region sprießen neue Tankstellen aus dem Boden, die den Namen »eFarm« tragen. Sie enthalten Wasserstoff, der per Elektrolyse aus ortsansässiger Windkraft entsteht. Und es finden sich immer mehr Fahrzeuge, die diesen Stoff tanken, weil den Menschen das neue, nachhaltige System gefällt. Windräder gibt es hier oben ohnehin in Hülle und Fülle, doch ihre staatliche Förderung läuft teilweise aus und manche stehen sogar zwangsweise still, weil der Kohlestrom gerade das Netz auffüllt. Die Betreiber erschließen sich neue Einnahmequellen, in dem sie die Energie für die Wasserstoffproduktion liefern. Die entstehende Abwärme fließt in lokale Fernwärmenetze, damit erhöht sich die Energieausbeute. Nicht nur PKW-Besitzer steigen allmählich auf Wasserstoffautos um, auch Nahverkehrsbusse sind schon mit dabei – und demnächst gesellen sich noch Lastwagen dazu.


Die Idee schlägt weite Wellen in der Region

GP Joule hat zwei Wasserstoffbusse selbst gekauft und diese für den lokalen Einsatz weitervermietet. Warum nicht das Ei gleich mit zur Henne liefern? Doch das Rad dreht sich noch weiter: Jürgen Dohle, Besitzer eines Kieskontors in Viöl, verfügt über 50 Lastwagen, die täglich bis zu 600 km fahren. Er wünscht sich einen emissionsfreien Betrieb und schielt bereits mit einem Auge darauf, sämtliche LKW auf Wasserstoff umzurüsten. Doch jetzt hat er erstmal einige Wasserstoff-PKW geordert und möchte später die dazu passenden Zapfsäulen auf seinem Hof installieren. Damit steht Dohle nicht allein da, denn mehrere hundert regionale Firmen haben laut GP Joule bereits Interesse an der neuen Energiequelle bekundet. »Wenn die Infrastruktur steht, kommen dadurch noch mehr Fahrzeuge hinzu«, sagt Ove Petersen, Mitgründer der Wasserstofffirma, und freut sich auf die Zukunft.

Quelle: spiegel.de

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