In den letzten Monaten konnten die Bauern in Kenia, Äthiopien und Somalia ein wenig aufatmen. Denn die Monate waren vergleichsweise trocken. Dadurch wiederum reduzierte sich auch die Zahl der Heuschrecken. Ewig kann dies allerdings nicht so bleiben. Denn die Ackerflächen benötigen natürlich Regen. Die nun bald beginnende Regenzeit ist daher für die Landwirte eigentlich ein Segen. Gerade in diesem Jahr könnte sie sich aber auch als Fluch erweisen. Denn Experten befürchten eine noch größere Heuschreckenplage als in den vergangenen Jahren. Diese Einschätzung basiert auf in Kenia erhobenen Daten. Denn auch dort ist die absolute Zahl der Tiere zwar gesunken. Dafür wurden aber Sichtungen aus mehr Bezirken gemeldet. Wenn nun die Regenzeit einsetzt und die Tiere beginnen, sich schlagartig zu vermehren, wären damit noch mehr Felder betroffen als in den letzten Jahren.


Bild: Andre Hoek / CC BY (https://creativecommons.org/licenses/by/1.0)

Ein Schwarm frisst so viel wie 35.000 Menschen

Die Ausbreitung der Heuschreckenschwärme wird zudem dadurch begünstigt, dass die Bauern nun ihre Felder neu bepflanzen müssen. Die trocken-sandigen Bögen sind bestens für die Ablage von Heuschrecken-Eiern geeignet. Gleichzeitig bieten die zart sprießenden Pflanzen dann ein ideales Futter für die frisch geschlüpften Tiere. Auf diese Weise können innerhalb kürzester Zeit riesige Heuschreckenschwärme entstehen, die dann ihren gewaltigen Hunger stillen müssen. So haben Berechnungen ergeben, dass ein einziger Schwarm mit einer Fläche von einem Quadratkilometer so viel frisst wie 35.000 Menschen. Die Heuschrecken ruinieren somit nicht nur die finanzielle Lebensgrundlage für die betroffenen Bauern, sondern stellen auch die Nahrungsmittelversorgung in der gesamten Region in Frage. Zumal viele Bauern in Ostafrika ohnehin mit einer Vielzahl von Problemen zu kämpfen haben.

Die Heuschrecken breiten sich rasend schnell aus

So haben sich viele noch nicht wieder vollständig von den Heuschrecken-Plagen in den vergangenen Jahren erholt. Außerdem erschweren extreme Witterungsbedingungen – etwa Dürren, Überschwemmungen oder Stürme – die Arbeit. Und nicht zuletzt ist auch diese Region von den Auswirkungen der Corona-Pandemie betroffen. Schon im vergangenen Jahr hingen beispielsweise chemische Mittel zur Bekämpfung der Heuschrecken an den Grenzen fest und erreichten daher ihren Einsatzort nicht rechtzeitig. Die Vergangenheit hat zudem gezeigt, dass sich die Schwärme rasend schnell ausbreiten, wenn es nicht gelingt, sie zeitnah einzudämmen. Bei entsprechenden Windbedingungen können die Tiere bis zu 130 Kilometer am Tag zurücklegen. In den letzten Jahre breiteten sich die Schwärme daher von Ostafrika über die arabische Halbinsel bis in das indisch-pakistanische Grenzgebiet aus.


Via: Der Standard

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