Am vergangenen Wochenende konnte Deutschland erstmals einen erfreulichen Wert in Sachen Erneuerbare Energien erreichen: Für rund eine Stunde überstieg die Stromproduktion aus regenerativen Quellen den tatsächlichen Verbrauch. Fossile Energieträger waren also für einen kurzen Zeitraum komplett überflüssig. In Portugal konnte dieser Zustand zwischen dem 07. und 11. Mai ebenfalls erreicht werden – und zwar für stolze 107 Stunden am Stück. Verantwortlich dafür waren vor allem drei saubere Energieträger: Die Windkraft, die Solarenergie und die Wasserkraft. Diese wurden in den letzten Jahren massiv ausgebaut und können unter optimalen Bedingungen inzwischen offensichtlich einen Großteil der Stromversorgung übernehmen. Anders als in Deutschland wurde der Wert dabei auch unter der Woche erreicht – also bei normalem Stromverbrauch.


Viele Windräder bilden in Rumänien einen Windpark

Die Windkraft deckt inzwischen fast ein Viertel des Stromverbrauchs

Die Erneuerbaren Energien haben dabei in Portugal eine rasante Entwicklung genommen. Noch im Jahr 2013 standen sie gerade einmal für knapp ein Viertel des Strombedarfs. Inzwischen hat sich dieser Wert in etwa verdoppelt: Im vergangenen Jahr konnten 48 Prozent des verbrauchten Stroms durch Erneuerbare Energien gedeckt werden. Besonders stark entwickelte sich dabei die Windkraft. Alleine in diesem Bereich wurden in den vergangenen drei Jahren neue Kapazitäten von 550 MW installiert. Heute steht die Windkraft für 22 Prozent des Strombedarfs des Landes. Zum Vergleich: Deutschland kommt auf 13 Prozent, Großbritannien auf 11 Prozent. Europäischer Spitzenreiter ist aber Dänemark, wo die Windenergie einen Anteil von 42 Prozent am Strommix hat.


Portugal könnte langfristig zum sicheren Stromexporteur werden

Grundsätzlich sind die Bedingungen auf der iberischen Halbinsel aber so gut, dass Portugal und Spanien langfristig Strom exportieren könnten. Dazu müssten sie konstant mehr Strom durch Erneuerbare Energien produzieren als sie selbst verbrauchen, um andere Länder sicher mit Strom versorgen zu können. Durch den breiten Mix aus Wasserkraft, Sonnenenergie und Windkraft sollte es aber gelingen können, eine stabile Exportstruktur aufzubauen. Anders ist dies aktuell beispielsweise in Deutschland. Hierzulande gibt es nur phasenweise einen Stromüberschuss, der dann teilweise zwangsweise in die Nachbarländer exportiert werden muss – diese sind davon aber alles andere als begeistert.

Via: The Guardian

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