Der Klimawandel hat inzwischen Ausmaße angenommen, die sehr reale Folgen mit sich bringen – unter anderem auf die Landwirtschaft. Ein Teilbereich dieser Auswirkungen auf die Landwirtschaft dürfte Bierliebhaber treffen: Dank der Erderwärmung wird es in Zukunft immer wieder zu Einbußen bei der Gerstenernte kommen. Die Folge: Es steht weniger Getreide zum Brauen von Bier zur Verfügung. Einer Studie von einem Team rund um Wei Xie von der Universität Peking kam zu dem Ergebnis, dass der weltweite Bierkonsum durch die zunehmende Hitze um bis zu 16 Prozent zurückgehen könnte. Als Folge werden auch die Bierpreise steigen – insbesondere in Nationen mit hohem Bierkonsum, wie etwa Deutschland.


Die Gerstenernte geht zurück

Bier hat für die Menschheit eine große Bedeutung und wird schon seit Jahrtausenden hergestellt. Der Gerstensaft gehört weltweit zu den beliebtesten alkoholischen Getränken und ist für viele Menschen nicht wegzudenken. In Deutschland trinkt jeder Bürger pro Jahr im Schnitt 100 Liter Bier.


Aber in Zukunft könnte die Versorgung mit Bier schwieriger werden. Gerste reagiert extrem empfindlich auf Wetteranomalien wie Hitzewellen oder Dürren. Diese Extreme werden dank des Klimawandels aber deutlich zunehmen. „ Die Forschung hat ihr Augenmerk bisher darauf gerichtet, wie sich die Folgen der Erderwärmung auf die globale Produktion von Grundnahrungsmitteln wie Weizen und Mais auswirken. Die Effekte auf Luxusgüter wie Bier wurden dagegen noch nicht untersucht„, so Dabo Guan, der an der Studie beteiligt war.

Für ihre Studie berechneten die Forscher die Auswirkung verschiedener Klimaszenarien auf die Gerstenernte in insgesamt 34 Regionen. Die daraus gewonnen Daten wurden in ein Wirtschaftsmodell eingepflegt, das die Auswirkungen auf die Produktion und den Konsum von Bier vorherzusagen.

In den kommenden Jahrzehnten erwarten die Forscher Einbußen von drei bis 17 Prozent bei der Gerstenernte, was sich auf die Verfügbarkeit von Rohstoffen für das Bierbrauen auswirken wird.

Bier wird teurer

Gerste fungiert nicht nur als Zutat für Bier, sondern auch als Futtermittel in der Tierzucht. Wenn die Gerste knapp wird, wird der Tierzucht wahrscheinlich der Vorrang gegenüber dem Bierbrauen gegeben. Der Bierkonsum wird dadurch im schlimmsten Fall um 16 Prozent zurückgehen, so die Forscher. Das entspricht einem Volumen von 29 Milliarden Litern. Der Rückgang würde sich auch direkt auf die Bierpreise auswirken: Dieser wird sich über kurz oder lang nahezu verdoppeln. Die Zahlen gelten, wenn der Klimawandel in Zukunft so fortschreitet wie bisher. Aber auch konservativere Szenarien würden mit einem Rückgang des Bierkonsums einhergehen.

Von den Preiserhöhungen wären dann besonders Nationen mit hohem Bierkonsum betroffen – also etwa Belgien, Kanada, Polen, Tschechien und Deutschland. Auch Irland wäre stark betroffen. „ Um ein Sixpack zu kaufen, muss man dort in Dürrejahren künftig wahrscheinlich 20 US-Dollar extra einkalkulieren„, so Steven Davis von der University of California in Irvine, ein Mitautor der Studie.

Man könnte argumentieren, dass ein geringerer Bierkonsum an sich nichts Desaströses ist und sogar positive Effekte auf die Gesundheit haben könnte. Für Millionen von Menschen auf der ganzen Welt wird der Einfluss des Klimawandels auf die Verfügbarkeit und die Preise von Bier einer persönlichen Kränkung gleichkommen„, argumentieren die Forscher.

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