Im Alter von gerade einmal drei Monaten wurde bei der kleinen Leyla eine akute lymphatische Leukämie diagnostiziert. Anschließend begannen die Ärzte sofort mit der konventionellen Behandlung: Zunächst wurde eine Chemotherapie durchgeführt und anschließend kam es zu einer Knochenmarkstransplantation. Doch Layla und ihre Eltern hatten Pech: Auch nach der Behandlung war der Krebs nicht besiegt. Bisher war für die Ärzte in einem solchen Fall das Ende der Behandlungsmöglichkeiten erreicht. Doch die Eltern des Kindes wollten noch nicht aufgeben und sorgten dafür, dass eine neuartige Behandlungsmethode erstmals in der Praxis getestet wurde: Dabei wurden gentechnisch veränderte T-Zellen auf die Krebszellen angesetzt und zerstörten diese.


Gespendete T-Zellen wurden zweifach genetisch verändert

Die Methode an sich ist dabei nicht ganz neu. In diesem Fall lag aber eine Besonderheit vor: Leyla selbst war nämlich noch zu klein und bereits zu krank, um noch über ausreichend T-Zellen zu verfügen. Daher kamen gespendete T-Zellen zum Einsatz, die auf doppelte Weise genetisch verändert wurden. Zum einen wurden sie so angepasst, dass sie von der Immunabwehr der Patientin nicht als körperfremde Zelle erkannt wurden. Andernfalls wären die Spenderzellen zerstört worden, bevor sie überhaupt ihre Aufgabe hätten erledigen können. Dies war nämlich die zweite vorgenommene Genveränderung: Die implementierten T-Zellen greifen gezielt alle Zellen mit dem Protein CD19 an – was vor allem bei Zellen im Zusammenhang mit akuter lymphatischer Leukämie vorkommt.


Aktuell sind keine Krebszellen mehr zu finden

Dieser Therapieansatz wurde zuvor nur bei Mäusen getestet, erwies sich aber als erfolgreich: Aktuell ist die kleine Leyla frei von Krebszellen. Inzwischen wurde zudem eine zweite Transplantation von Knochenmark vorgenommen. Die dabei neu hinzugekommenen Zellen zerstörten dann die gentechnisch veränderten T-Zellen, so dass aktuell bei Leyla weder Krebszellen noch genveränderte Zellen zu finden sind. Die beteiligten Ärzte und Wissenschaftler betonen allerdings, dass dies noch keine endgültige Heilung bedeutet. Eine solche lässt sich erst mit einem Abstand von ein bis zwei Jahren postulieren. Zumindest besteht aber wieder Hoffnung, dass Leyla vollständig gesund werden wird.

Via: New Scientist

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