Das Thema rund um das Laden des Smartphone und Tablet-Akkus sorgt nach wie vor für eine Menge Gesprächsstoff. Oftmals wird nach langatmigen Diskussionen dann doch das Internet bemüht um heraus zu finden, wie moderne Smartphone Akkus bestmöglich und am schonendsten geladen werden. Der Akku ist schließlich das wichtigste Gut. In einige Situationen sind wir dabei froh um jedes einzelne Prozent, was noch verweilt. Im folgenden Beitrag wollen wir euch die wichtigsten Tipps im Umgang mit dem Smartphone und Tablet-Akku mit auf den Weg geben. Es gibt einige Punkte zu beachten um die Akku-Gesundheit stets gewährleisten zu können.


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Akku-Anzeige Beispiel bei Smartphones und Tablets

Verschiedene Akkutypen

Muss der Smartphone-Akku immer erst richtig leer sein, bevor ich ihn wieder laden kann? Tritt bei modernen Akkus noch der Memory-Effekt auf? Muss ich den Akku vor Kälte schützen? Lädt der Smartphone Akku bei einer höheren Spannung schneller? Fragen über Fragen, die durchaus auch so manchen Mythos beinhalten. Bevor wir mit den wichtigen Tipps beginnen, gilt es zunächst die unterschiedlichen Akku-Typen kurz einzuordnen. Weit verbreitet sind vor allem Lithium-Ionen (LiIon) und Nickel-Metallhydrid (NiMH) Akkus. Bei den Lithium-Ionen-Akkus unterscheidet man dann noch zwischen Bauformen mit polymeren und flüssigen Elektrolyt. Bei modernen mobilen Endgeräten kommt der bereits in die Jahre gekommene NiMH-Akku nicht mehr zum Einsatz. Einzelne Fragmente findet man nur noch in Weckern, älteren Schnurlostelefonen und Uhren wieder. Für uns sind also vorrangig die Lithium-Ionen-Akkus interessant.

1. Den Akku nicht permanent laden und entladen

Entgegen der altbewährten Faustformel, die noch in vielen Köpfen der Handy-Nutzer herum-spukt, soll der Lithium-Ionen-Akku nicht mehr permanent entladen und wieder vollständig aufgeladen werden. Das klingt im ersten Moment ein wenig subtil, ist es jedoch nicht. Bei einer vollständigen Ladung und auch Entladung des Smartphone-Akkus, werden die Elektroden ziemlich stark belastet. Auf Dauer wird dabei die Lebensdauer des Akkus verkürzt. Ein Minimum der Belastungen wird bei Ladeständen zwischen 30 und 70 Prozent erreicht. Wer seinen Akku also optimal schonen möchte, der beginnt diesen bereits ab einem Ladestand von 30 Prozent zu laden und nimmt das Gerät bei 70 Prozent vom Strom. Neigt sich der Akku dem Ende zu, wird eine längere Ladeeinheit empfohlen. Mal eben für 20 Minuten das Ladegerät anhängen ist ebenfalls kontraproduktiv. Ist der Akku fast voll, sollte ebenfalls auf eine kurze Ladeeinheit bis zum Erreichen der 100 Prozent verzichtet werden.


2. Hitze und Kälte vermeiden

Ladevorgänge bei Hitze (40 Grad und mehr) und Kälte ( 10 Grad und kälter) sollten weitestgehend vermieden werden. Schließlich wirken sich beide Extreme auf die Leistungsfähigkeit des Akkus aus. Bei Hitze wird der Akku deutlich mehr belastet, während bei Kälte die Leistungsfähigkeit leidet. Beide Gegebenheiten können sich auf die Zyklenlebensdauer auswirken.

3.Bei Inbetriebnahme einmal den Akku laden /Neukonditionierung

Wird ein neues Gerät zum ersten mal betrieben sollte der Akku mindestens einen kompletten Ladezyklus erfahren haben. Eine Ladezyklus kommt nicht einer vollständigen Ladung gleich. Vielmehr kann sich ein Ladezyklus auch aus zwei Mal 50 Prozent Ladungen zusammensetzen. Immer wieder taucht auch im Netz der Begriff „Neukonditionierung“ auf. Hierbei handelt es sich um ein Prozedere, welches vorrangig bei den Nickel-Cadmium-Akkus durchgeführt wurde um diese wieder zum Leben zu erwecken und die Leistung zu steigern. Dabei wurde der Akku über mehrere Intervalle jeweils für zwölf Stunden an das Netzteil gehangen um einen Trainingseffekt zu erzielen. Bei den neuen Lithium-Ionen-Akkus funktioniert das Ganze nicht mehr. Dennoch geben die Fachmänner im Elektronik-Laden oftmals diesen Ratschlag mit auf den Weg. Das hat jedoch andere Gründe. Schließlich könnte mit dieser Prozedur die Kalibrierung der Akkuanzeige optimiert werden. Bei Smartphones wird der tatsächliche Akku-Stand innerhalb der ersten Tage nicht immer zuverlässig angezeigt. Das liegt an dem Zusammenspiel zwischen Software und der Elektronik. Es liegen zu Beginn schlichtweg noch zu wenigen Informationen über den Ladezustand, den Verbrauch und dergleichen vor. Das Ganze pendelt sich erst nach und nach ein. Nach den ersten Ladezyklen dürfte sich das Ganze jedoch angeglichen haben und recht genau angezeigt werden.

4.Hintergrundwissen zum Akku-Ladevorgang /Ladeelektronik

Der Lithium-Ionen-Akku mit einer gewöhnlichen Ladeelektronik wird zunächst mit einem kleinen Boost bis auf 80 Prozent seiner Leistungsfähigkeit geladen. Anschließend folgte eine Erhaltungsladung, die mit einer stets abnehmenden Erhaltungsspannung einhergeht. Folglich dauern die letzten Prozente auch am längsten. Ist der vollständige Ladezustand erreicht, schaltete die Ladeelektronik vollends ab. Bei der Ladeelektronik handelt es sich um ein tragendes Sicherheitselement. Diese schützt nicht nur vor Überladungen sondern auch vor Hitze und auch Kurzschlüssen. Verweilt das Gerät also einen längeren Zeitraum am Ladegerät, sorgt die Ladeelektronik für optimalen Schutz und deaktiviert den Ladevorgang. Der Dienst des Ladegeräts wird erst dann wieder beansprucht, wenn der Akku-Stand unter 95 Prozent sinkt.

5. Memory Effekt und Schnelladung

Der von allen gefürchtete Memory-Effekt trat lediglich bei Nickel-Cadmium-Akkus auf. Moderne Lithium-Ionen Akkus erinnern sich nicht mehr an den letzten Ladezustand und beginnen ab diesen erst wieder die Ladung. Ihr könnt also diesen Mythos endgültig streichen. Der Memory Effekt kommt weder bei Notebooks, Smartphones noch Tablets aus der Neuzeit vor. Es kann also festgehalten werden, dass ein Entladen vor dem Neuladen nicht mehr nötig ist. Ist der Smartphone-Akku einmal bedrohlich leer und ihr habt nicht viel Zeit um diesen wieder zu laden empfehlen wir das Smartphone während der Schnellade-Einheit komplett auszuschalten. Schließlich kann der Ladestrom sich dann vollends auf die Akku-Ladung konzentrieren und muss nicht noch zusätzlich einen Verbraucher wie etwa das Handy oder Tablet mit Strom versorgen.

Zusammenfassung

  • Den Akku nicht permanent vollständig auf- und entladen
  • In längeren Abständen (1x im Monat) den Akku vollständig entladen und wieder aufladen (gut für Kalibrierung der Ladeelektronik)
  • Den Akku im Optimalfall permanent zwischen 30 und 70 Prozent halten
  • Akkus mit einem Ladestand von 70 Prozent nicht noch nachladen, sondern warten bis ein niedrigerer Stand erreicht ist
  • Akkus mit einem Stand von unter 30 Prozent nicht permanent nur kurz nachladen
  • Temperaturen beachten: Ladevorgänge bei Hitze (40 Grad und mehr) und bei Kälte (10 Grad und weniger) vermeiden
  • Das Ladegerät nach erfolgreicher Ladung entfernen
  • Original Ladegeräte verwenden, Finger weg von Billig-Ladegeräten (Qualitativ minderwertige Ladeelektronik/ Kurzschlüsse vorprogrammiert)

Fazit

Mit diesen Tipps im Hinterkopf kann man die Lebensdauer des Akkus deutlich verlängern. Etwas schwierig erweist sich jedoch die Voraussetzung der optimalen Ladespanne im Alltag. Stets die Akkuprozente im Auge zu behalten und bei 70 Prozent das Gerät vom Ladegerät zu nehmen ist sicher nicht Jedermanns Sache. Aber wie heißt es so schön, wer Akku haben will der muss leiden, oder so ähnlich. In diesem Sinne viel Spaß beim Akku-schonen.

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