Für die Gäste von Badeseen sind hohe Wassertemperaturen ein Grund zur Freude. Etwas anderes sieht dies allerdings bei Stauseen zur Trinkwasserversorgung aus. Denn hier sorgt zu viel Wärme für eine Störung des Sauerstoffhaushalts. Dies wiederum kann zur Folge haben, dass sich die Verunreinigung des Tiefenwassers erhöht. Die Aufbereitung des Wassers wird dadurch komplizierter – was die Kosten für die Betreiber erhöht. Die für die Rappbodetalsperre in Sachsen-Anhalt verantwortlichen Personen arbeiten daher schon länger mit den Experten des Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung zusammen. Gemeinsam soll geschaut werden wie sich der Klimawandel auf den Stausee und die Trinkwasserversorgung auswirkt. Außerdem wird nach möglichen Lösungsansätzen gesucht. Eine Simulation brachte nun gleich zwei wichtige Erkenntnisse mit sich: Der Klimawandel könnte tatsächlich negative Auswirkungen haben, es gibt aber auch Gegenmaßnahmen.


Molecules of Water

In fünfzig Metern Tiefe wird das Trinkwasser entnommen

Die dafür durchgeführten Berechnungen basieren auf einem von US-Forschern entwickelten Seenmodel, das weltweit für entsprechende Prognosen genutzt wird. Konkret gingen die Forscher von drei möglichen Szenarien aus:

1. Der Ausstoß an Treibhausgasen wird bis zum Ende des Jahrhunderts gestoppt.


2. Er wird gebremst, steigt aber weiter an.

3. Die Entwicklung verläuft weiter wie bisher.

An der Wasseroberfläche brächte dies eine Erhöhung der Temperatur zwischen 0,7 und 4 Grad Celsius bis zum Jahr 2100 mit sich. Die Badesaison könnte sich also durchaus verlängern. Für die Trinkwasserversorgung ist allerdings vor allem interessant, wie sich die Situation in fünfzig Metern Tiefe entwickelt. Denn dort wird das Frischwasser entnommen. Aus Sicht der Forscher könnte in diesem Bereich vor allem das dritte Szenario zu enormen Problemen führen. Denn dann wäre dort ein Anstieg um drei Grad Celsius zu erwarten.

Der globale Klimaschutz ist das beste Gegenmittel

Das Wasser in der Tiefe käme dann auf eine Temperatur von rund acht Grad Celsius. Dies entspricht in etwa der heutigen Situation im italienischen Gardasee. Die Folgen könnten durchaus signifikant sein. Denn zu erwarten wäre unter anderem ein verstärktes Algenwachstum und somit eine Zunahme an Blaualgen. Außerdem würde sich die Rücklösung von Nährstoffen und Metallen aus dem Sediment erhöhen. Beides gemeinsam führt zu der eingangs beschriebenen Problematik, dass sich der Aufwand für die Aufbereitung des Trinkwassers deutlich erhöht. Die Experten haben allerdings auch zwei Strategien benannt, um das Phänomen zumindest abzuschwächen. Zum einen sind dies die globalen Anstrengungen im Kampf gegen den Klimawandel: Je stärker die Erderwärmung insgesamt begrenzt werden kann, desto geringer sind auch die Auswirkungen auf den Stausee. Vor Ort ließe sich die Problematik zudem kontrollieren, in dem die Wärme durch ein geschicktes Wasserentnahmeregime gezielt abgeführt wird.

Via: UFZ

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