Hunde sind echte Nasentiere, das weiß im Grunde jeder. Der Geruchssinn ist ihr Ein und Alles, sie nehmen ihre Umwelt intensiv über die verschiedensten Duftnoten wahr. Darum wundert es kaum, dass die Fellnasen auf unbekannten Pfaden oft ihrer eigenen Spur folgen, um an den Ausgangspunkt zurückzukehren. Allerdings gibt es zahlreiche Ausnahmen, denn Abkürzungen sind bei Hunden auch auf unbekanntem Gelände sehr beliebt. Das heißt also: Auch ohne ihre eigene Fährte finden sie zielsicher zurück.


Hunde überraschen mit starken Fähigkeiten

Magnetfeldwahrnehmung fast nur bei Zugtieren erforscht

Catherine Lohmann, eine Biologin an der University of North Carolina, Chapel Hill, macht dieses Verhalten neugierig. Sie interessiert sich für Magnetorezeption bei Tieren und hat sich eine ganze Weile mit der Navigation von Schildkröten befasst. Meistens sind es Zugtiere, die auf Magnetfeldwahrnehmung hin untersucht werden, stellt Lohmann fest. Hunde geraten dabei kaum in den Fokus der Forscher, sie sind schließlich sesshafte Tiere und würden am liebsten auf dem Sofa ihrer Besitzer Wurzeln schlagen.

Ein kurzer Stopp, dann 20 Meter Nord-Süd-Orientierung

Zum Glück hat Lohmanns tschechische Kollegin Kateřina Benediktová von der University of Life Sciences in Prag nun Nägel mit Köpfen gemacht und Hunde auf ihre besonderen Navigationsfähigkeiten getestet. Zuerst schickte sie vier von ihnen mit GPS-Trackern in den Wald, die Tiere entfernten sich alle um durchschnittlich vierhundert Meter. Auf dem Rückweg nahmen einige von ihnen schnuppernd ihre eigene Spur auf, während andere eine völlig neue Route fanden. Seltsamerweise folgten die Vierbeiner auf ihrem »Scouting-Lauf« nach einem kurzen Stopp einer 20 Meter langen Nord-Süd-Achse, bevor die eigentliche Navigation begann. An dieser Stelle wollte Benediktová genauer nachhaken und besorgte sich 27 Hunden von Wissenschaftskollegen, die sie 3 Jahre lang auf ihr Navigationsverhalten untersuchte.


Der Hundebesitzer versteckte sich jedes Mal

Das Ergebnis: Bei 223 Läufen, die auf völlig unbekanntem Weg zurückführten, gingen die Hunde genau 170 Mal genau so vor wie oben beschrieben. Sie hielten kurz an, orientierten sich 20 Metern lang von Norden nach Süden, um anschließend auf ziemlich direktem Weg ihren Ausgangspunkt wiederzufinden. Der Hundebesitzer versteckte sich jedes Mal und stellte sicher, dass der Wind nicht in Richtung seines Tieres wehte. Demnächst möchte die Forscherin die Tiere mit Magneten ausstatten, um die Wahrnehmung des irdischen Magnetfeldes zu stören. Ob es dann weiterhin so leichtfällt, zurückzukehren? Das bleibt abzuwarten.

Quelle: sciencemag.org

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