Aktuell wird in vielen Bereichen an Lösungen im Kampf gegen den Klimawandel gearbeitet. So existiert in der Schweiz bereits eine Anlage, die CO2 aus der Luft filtert und kommerziell vermarktet. Vielleicht braucht es solche technischen Ansätze aber gar nicht. Stattdessen könnte man auf eine rein natürliche Lösung setzen. Darauf haben nun Wissenschaftler des Internationalen Währungsfonds (IWF) hingewiesen. Sie setzen dabei nicht auf eine großflächige Aufforstung, sondern auf den Schutz der Wale in den Ozeanen. Was zunächst einmal etwas merkwürdig klingt, hat einen durchaus fachlichen Hintergrund. Denn große Wale binden im Laufe ihres Lebens rund 33 Tonnen CO2. Nach ihrem Tod sinken die Körper auf den Meeresgrund und binden das Klimagas dort für lange Zeit.


Aus Sicht des Klimaschutzes brauchen wir deutlich mehr Wale

Zum Vergleich: Bäume absorbieren pro Jahr rund zwanzig Kilogramm CO2. Die Schlussfolgerung liegt für die Forscher daher auf der Hand. Die Klima- und Umweltpolitik muss so ausgerichtet werden, dass sich die Walbestände wieder erholen können. Denn seit dem Beginn des kommerziellen Fischfangs haben sich die Bestände massiv reduziert. Schwammen einst zwischen vier und fünf Millionen der riesigen Meeressäuger durch die Weltmeere, sind es jetzt nur noch rund 1,3 Millionen. Die Blauwal-Population ist sogar um mehr als 97 Prozent zurückgegangen. Gelänge es diesen Trend umzukehren, wäre dies ein gewaltiges Pfund im Kampf gegen den Klimawandel. Zumal Wale noch einen weiteren Vorteil mit sich bringen: Sie befördern das Wachstum von Phytoplankton.


Ein Wal absorbiert Emissionen im Wert von zwei Millionen Dollar

Dabei handelt es sich um extrem kleine Organismen, die im Meer schwimmen und ebenfalls CO2 aufnehmen. Und zwar in etwa viermal so viel wie der Amazonas-Regenwald. Wale scheiden nun Eisen und Stickstoff aus – und damit genau die Stoffe, die das Phytoplankton zum Wachsen benötigt. Wale besitzen also gleich in doppelter Hinsicht einen positiven Einfluss auf den Kampf gegen den Klimawandel. Die Forscher des IWF haben daher den wirtschaftlichen Wert eines Wals errechnet. Konkret multiplizierten sie die Menge an aufgenommenem CO2 mit dem aktuellen Marktpreis für das Klimagas. Das Ergebnis: Ein großer Wal ist rund zwei Millionen Euro wert. Diese Summe könnte als Basis dienen, um beispielsweise Fischer und Reeder zu entschädigen, die aufgrund möglicher neuer Vorschriften im Bereich des Walschutzes Einbußen zu verzeichnen hätten.

Via: FAZ

1 Kommentar

  1. Der Frager

    25. September 2019 at 11:32

    Ein Wal ist wie auch z.B. ein Elefant. Sauerstoff und Essen rein, Ausscheidungen und CO2 raus. Ob das tatsächlich so eine CO2-Einsparung gibt?

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.