Auch Porsche hat mit dem Taycan inzwischen ein Elektroauto auf dem Markt. Der Wagen verkauft sich sogar so gut, dass kürzlich einige Mitarbeiter von Audi ausgeliehen werden mussten, um die Nachfrage bedienen zu können. Gleichzeitig ist man in der Konzernführung aber überzeugt, dass es noch sehr lange auch Autos mit Verbrennungsmotor geben wird. Denn zum einen fahren Autos, die heute verkauft werden, noch viele Jahre über die Straßen. Zum anderen ist das Thema gerade bei Käufern von Sportwagen sehr sensibel. Teilweise wollen diese schlicht nicht auf den Sound eines Verbrennungsmotors verzichten. Porsche hat sich daher nun entschieden, in eine neue Art des Antriebs zu investieren: Sogenannte E-Fuels bieten das Potenzial, Verbrennungsmotoren klimaneutral zu betreiben.


Bild: Fueling, faungg, Flickr, CC BY-SA 2.0

CO2 wird erst eingefangen und dann wieder freigesetzt

Die grundsätzliche Vorgehensweise ist bereits seit langem erforscht. Zunächst wird mithilfe von viel Energie Wasserstoff gewonnen. Durch die Zugabe von Kohlenstoffdioxid wird daraus dann eine Flüssigkeit. Diese unterscheidet sich nicht groß von fossilen Kraftstoffen und kann in allen modernen Motoren verwendet werden. Der Clou: Wenn das benötigte CO2 zuvor aus der Atmosphäre gefiltert wird, entsteht ein Kreislauf, bei dem keine zusätzlichen Emissionen verursacht werden. Aus Sicht des Klimas handelt es sich also um ein Nullsummenspiel – was deutlich besser ist als die aktuelle Bilanz von Verbrennungsmotoren. Porsche sucht nun nach Partnern in der Industrie und Forschung, um Pilotanlagen zu errichten und eine Prozesskette zu etablieren, die dann beinahe beliebig skaliert werden kann.

Umweltschützer setzen eher auf reine Elektroautos

Ganz uneigennützig ist dieses Engagement von Porsche nicht. Denn der Konzern will dadurch Einfluss auf die sich etablierenden Standards nehmen. Besonders wichtig: Die E-Fuels müssen leistungsfähig genug sein, um damit auch Hochleistungsmotoren antreiben zu können. Umweltschützer betrachten die synthetischen Kraftstoffe allerdings mit einer gewissen Skepsis. Der Hintergrund: Aus ihrer Sicht ist es deutlich effizienter, den sauberen Strom direkt zum Antrieb eines Elektromotors zu verwenden. Grundsätzlich ist dies durchaus richtig. Das Argument verliert aber an Bedeutung, sobald ausreichend Erneuerbare Energien zur Verfügung stehen. Langfristig will Porsche dann auf drei Antriebsarten setzen: Verbrennungsmotoren mit E-Fuels, Hybrid-Fahrzeuge und reine Elektroautos. Wasserstoff-Autos spielen in den Überlegungen der Konzernlenker aktuell hingegen keine Rolle.


Via: Porsche

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2 Kommentare

  1. vedder

    11. September 2020 at 22:07

    Zunächst wird mithilfe von viel Energie Wasserstoff gewonnen. Durch die Zugabe von Kohlenstoffdioxid wird daraus dann eine Flüssigkeit.
    Diese Mitteilung ist wohl ausgedacht. Weder ist eine Quelle dazu aufgeführt, noch gibt es einen Nachweis dazu.

  2. M. Dürr

    14. September 2020 at 14:04

    Bei der erwähnten Flüssigkeit handelt es sich vermutlich um Mathanol.

    Die Anmerkung „Ganz uneigennützig ist dieses Engagement von Porsche nicht. Denn der Konzern will dadurch Einfluss auf die sich etablierenden Standards nehmen“ ist aber doch sehr aufschlussreich.

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