Bei Getränken ist das Pfandsystem bereits seit vielen Jahren etabliert. Bier, Wasser oder Milch werden dabei in Glasflachen verkauft. Gleichzeitig bezahlt der Kunde einen kleinen Betrag, den er zurückerhält, sobald er die Flaschen zurückgibt. Weil die Gläser so mehrfach befüllt werden können, reduziert sich die Menge an Abfall. Eine reine Erfolgsgeschichte ist das sogenannte Mehrweg-System aber auch hier nicht. Denn seit Jahren wird die angestrebte Mehrweg-Quote verfehlt. Oder anders gesagt: Die Kunden greifen öfter zu Einweg-Plastikflaschen als von der Politik gewünscht. Die Alnatura-Märkte wollen die Menge an Pfandgläsern nun erhöhen, indem sie ganz neue Produktkategorien in das System einführen. So gibt es dort inzwischen auch Nüsse und Tees mit Mehrwegverpackung.


Bild: 4028mdk09 / CC BY-SA (https://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0)

Zwei Startups liefern Nüsse und Tees in Gläsern

Ein neues Rücknahmesystem muss dafür allerdings nicht aufgebaut werden. Denn die Lebensmittel werden in den auch heute schon etablierten Joghurt-Gläsern verkauft. Diese können überall im Handel zurückgegeben werden. Anschließend lassen sich die Gläser bis zu fünfzig Mal neu befüllen, bevor sie dann aussortiert werden müssen. Dadurch wiederum reduziert sich logischerweise die Menge an benötigten Einweg-Verpackungen aus Plastik. Möglich wird die neue Verwendung der Pfandgläser durch eine Kooperation mit zwei Startups. So stammen die Nüsse und Nussmuse von der Firma fairfood Freiburg. Diese kauft ausschließlich bei Fairtrade-zertifizierten Betrieben ein und verarbeitet die Nüsse in der hauseigenen Manufaktur. Dort werden sie dann auch in die Gläser gefüllt. Die ebenfalls fair gehandelten Teesorten wiederum kommen von der Berliner Firma KarmaKollektiv.

Plastikmüll verursacht langfristige Probleme

Eigenen Angaben zufolge ist Alnatura damit die erste Supermarkt-Kette in Deutschland, die Tee und Nüsse in Pfandgläsern anbietet. Das Unternehmen kündigte zudem schon an, dass es dabei keineswegs bleiben soll. Vielmehr ist angedacht, zukünftig noch weitere Produktkategorien in das Mehrweg-System zu integrieren. Plastikmüll zu vermeiden ist grundsätzlich aus verschiedenen Gründen sinnvoll. Zum einen bauen sich die Kunststoffe nur extrem langsam ab. Einmal in die Umwelt gelangt, stellen sie daher eine dauerhafte Belastung für Flora und Fauna statt. Hinzu kommt: Seit China keinen Plastikmüll mehr aus Deutschland importieren möchte, landet ein nicht unerheblicher Teil der Abfälle in anderen asiatischen Ländern – teilweise ohne dort fachgerecht entsorgt zu werden. Aus volkswirtschaftlicher Sicht macht es zudem nicht viel Sinn, erdölbasierte Produkte in der Müllverbrennungsanlage einfach zu verfeuern.


Via: Alnatura

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1 Kommentar

  1. Björn

    5. Juni 2020 at 13:05

    Endlich. . .
    Das sind gute Nachrichten.

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