Eigentlich sollte man Vulkane aufgrund ihrer Unberechenbarkeit meiden. Schließlich können halb aktive Ungetüme aus einst vergangenen Epochen wieder schnell zu einer tickenden Zeitbombe werden. Ein Ausbrauch hat immense Folgen für die unmittelbare Umgebung. Das heiße Magma, welches im Inneren des Vulkans fließt ist allerdings auch eine riesige Energiequelle. Diese Quelle wollen Wissenschaftler nun nutzen um saubere Energie zu gewinnen um diese in ein Netz speisen zu können.


Thermische Energie aus dem Inneren eines Vulkans

Im Kern besteht die „Apparatur“ aus einem riesigen Wasserspeicher, einem Kraftwerk und entsprechenden Strom-Abnehmern. Im Inneren des Vulkans soll das eingespeiste Wasser sich erhitzen. Dabei werden die Wassermassen zunächst über ein knapp ein Kilometer langes Rohr in das Vulkan-Innere befördert, dort dann erwärmt und schließlich auf der anderen Seite wieder empor gepumpt. Die Wissenschaftler versprechen sich stark erhitztes Wasser, welches zur Energiegewinnung beiträgt. Das Kraftwerk selbst soll von der gewonnenen Energie betrieben werden und zusätzlich das Stromnetz speisen.

Energie Vulkan
Thermische Energie aus dem Vulkan-Inneren via U.S. Department of Energy

Die beiden Unternehmen AltaRock Energy und Davenport Newberry Holdings LLC arbeiten bei diesem Mammut-Projekt zusammen. Unterstützung gibt es zudem vom U.S. Department of Energy in Form von 21,5 Millionen US-Dollar. Diese Art saubere Energie zu gewinnen sorgte für dermaßen Aufsehen, dass auch namenhafte Investoren wie Google überzeugt werden konnten und 6,3 Millionen US-Dollar mit in den Topf warfen.


Die ersten Tests in 3000 Meter Tiefe stehen bevor

Susan Petty, Vorsitzende von AltaRock, erklärt gegenüber ABC News, dass sie wissen, dass die Hitze da ist. Es stellt sich allerdings die Frage, ob genügend Wasser in das System eingespeist werden kann um es ökonomisch zu machen, man also auch Geld damit verdienen kann. In der Folge sollen zunächst 800 Gallonen Wasser in der Minuten in den Vulkan gepumpt werden. Das entspricht einer Wassermasse von knapp 3000 Litern, pro Minute wohl gemerkt. Die erste Testtiefe beträgt dabei 3.230 Meter.

Insgesamt wollen die Wissenschaftler zunächst 24 Millionen Gallonen Wasser (91 Millionen Liter) in den Vulkan pumpen. Während dieses Vorhabens wird die Regierung Experten vor Ort haben, die rund um die Uhr die Auswirkungen der Energie-Gewinnung aus dem Vulkan-Inneren auf die Umwelt beobachten. Die Experten schätzen die Gefahr eines Erdbebens als Minimal ein, dennoch werden erst die Tests zeigen, ob diese Art der Energiegewinnung auch wirklich sicher ist. Als Testobjekt fungiert ein Vulkan in Oregon, der weit weg jeglicher Zivilisation ist.

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