Laufen wir demnächst alle mit einem Gehirnchip rum, inklusive Direktanbindung an unseren Rechner? Oder wird das digitale Implantat »nur« zum Renner für gelähmte Menschen, um ihnen einen neuen Zugang zum Leben zu bieten? Den Schädel zu öffnen, um das Gehirn technisch zu vernetzten, ist jedenfalls kein Kinderspiel, sondern immer riskant und schmerzhaft. Mit einer gedankenlesenden Mütze wären wir sicher alle besser bedient, zumal wir die Kopfbedeckung nach der Benutzung einfach wieder absetzen können. Ihr Innenleben sieht man der Sabi-Mütze von außen nicht an / Foto: Sabi Verkaufsstart ist bereits für Ende 2026 angekündigt Ob als Ersatz für die lästige Tastatur oder als Alternative zum Gehirnchip: Die Mütze des Start-ups Sabi aus Palo Alto, Kalifornien, könnte sich als praktisches Brain-Computer-Interface (BCI) etablieren. Das Unternehmen ist von seiner Erfindung derart überzeugt, dass es den Verkaufsstart schon für Ende 2026 ankündigt. Später soll neben dem wärmenden Beanie noch eine Baseballmütze als zweite Produktvariante auf den Markt kommen. Was steckt genau dahinter? Gedankenlesen statt Tippen Der Träger der Sabi-Mütze muss laut Hersteller einfach nur seinen Text denken und schon erscheint dieser auf dem damit verbundenen Gerät. Die Geschwindigkeit liegt bei rund 30 Wörtern pro Minute, ist also recht solide. 100.000 winzige Sensoren, jeweils kleiner als eine Linse, messen die elektrische Aktivität des Gehirns und erfassen so die nötigen Daten. Es handelt sich um Elektroenzephalographie- (EEG-) Sensoren, die durch Kopfhaut und Schädel hindurch auf die Gehirnströme zugreifen können. EEG-Technik erkennt kontinuierliche Sprache Sabi gibt bekannt, dass seine EEG-Technik kontinuierliche Sprache erkennen kann, und eben nicht nur fest definierte Befehle. Installiert ist dafür das hauseigene »Brain Foundation Model«, trainiert mit dem weltweit größten Datensatz für neuronale Decodierung. 100 Probanden haben das Modell innerhalb von rund 100.000 Gesamtstunden angelernt. Weil jeder Mensch leicht unterschiedliche Gehirnsignale sendet, legten die Entwickler darauf wert, ein System zu kreieren, dass das dasselbe Wort bei jeder Person zuverlässig erkennt. Laut sprechen muss der Anwender nicht, was im Büro oder in Gesellschaft für die nötige Diskretion sorgt. Auch für die Datenverschlüsselung ist laut Sabi gesorgt. Was die »Denkmütze« im echten Leben bringt, werden wir bald schon erleben. Quelle: newatlas.com Teile den Artikel oder unterstütze uns mit einer Spende. Facebook Facebook Twitter Twitter WhatsApp WhatsApp Email E-Mail Newsletter