Einem Team von Forschern der La Probe University in Melbourne gelangen aus wissenschaftlicher Sicht gesehen spektakuläre Aufnahmen: Erstmals konnten sie den Sterbevorgang weißer Blutzellen filmen. Die Aufnahmen lieferten bisher unbekannte Erkenntnisse über den Mechanismus des Todes dieser Zellen, die bei der Entwicklung neuer Medikamente hilfreich sein könnten.


Der Tod einer weißen Blutzelle: Ein koordinierter Vorgang

Das Team nutzte eine mikroskopische Timelapse-Technik für die Aufnahmen. Dafür schossen sie Hunderte Fotos in einer Frequenz von einer Sekunde am Ende des Lebenszyklus eines sogenannten weiße Blutkörperchens. Die entstanden Aufnahmen sind einmalig und zeigen erstmals den kompletten Ablauf des Zelltodes der weißen Blutzellen.


Bisher wurde angenommen, dass die Blutzellen bei ihrem Tod einfach unkoordiniert zerfallen. Nach den Erkenntnissen der Forscher trifft dies nicht zu. Das Team entdeckte, dass die Zellen bei ihrem Tod kugelartige Gebilde absondern.“So when the cell starts to die it forms these lumps which push outwards and when the cell then explodes, it shoots out long “beaded” protrusions which look like a necklace, which then breaks apart into individual ‘beads’”, erklärte die Hauptautorin der Studie, Georgia Atkin-Smith, gegenüber der Australian Accociated Press. Diese kleinen Kugeln dienen offenbar dazu, dass Immunsystem des Körpers zu warnen, wenn ein Pathogen, also ein schädlicher Fremdstoff, im Körper vorhanden ist.

Körpereigenes Warnsystem

Der Zelltod der weißen Blutzellen lässt sich in drei spezifische Stufen unterteilen: Als erstes beulen die Zellen ihre Zellmembran nach außen aus. Dann explodieren sie förmlich, um schließlich im dritten Schritt die entdeckten kugelartigen Absonderungen zu bilden. Diese Absonderungen enthalten nach Kenntnis der Wissenschaftler Teile des Zellkerns. Diese Kugeln warnen dann Immunzellen vor, wenn ein Fremdstoff im Körper ist.

After the cells bulge they go through this spectacular explosion where they push out large-beaded necklaces up to eight times the size of the cell. The cells around them can easily engulf these smaller [individual bead] pieces. But we also think there are certain molecules in the beads that, when eaten by a live cell, can signal back a warning to other white blood cells to say, ‘Look out, there may be a pathogen coming to get you”, so Atkin-Smith.

Erkenntnisse können wichtig für neue Medikamente sein

Die Forscher nehmen an, dass bestimmte Viren dieses Warnsystem übernehmen, um der Entdeckung durch das Immunsystem zu entgehen. Außerdem entdeckten sie, dass bestimmte Medikamente den Prozess des Zelltodes der weißen Blutzellen stören. „We found that a commonly used antidepressant can block this whole process and an antibiotic can promote this event“, erklärte Aktin-Smith. Die Erkenntnisse können letztlich dazu beitragen, neue Methoden zur Bekämpfung von Krankheiten zu entwickeln.

Der Zelltod weißer Blutzellen im Video

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