Mit dem Namen ThyssenKrupp verbinden die meisten wahrscheinlich vor allem die Stahlproduktion. Tatsächlich hat das Unternehmen in den letzten Jahren aber deutlich mehr Geld mit dem Verkauf und der Wartung von Aufzügen verdient. Die Sparte war so erfolgreich, dass sie inzwischen für mehr als 17 Milliarden Euro verkauft wurde. Das Geld wiederum soll genutzt werden, um das Kerngeschäft im Stahlbereich zu sanieren. Warum aber waren die Investoren bereit so viel Geld für die Aufzugssparte auf den Tisch zu legen? Dies dürfte auch damit zu tun haben, dass das Unternehmen in der Forschung weltweit führend ist. Neuestes Beispiel: Ein 128 Meter hoher Turm in der Nähe des US-Sitzes in Atlanta. Dieser verfügt über 18 Aufzugsschächte und soll unter anderem ein neues revolutionäres System testen.


Bild: ThyssenKrupp Elevator

Eine Mischung aus Paternoster und Transrapid

So haben die Ingenieure ein System namens Multi entwickelt, das ohne Seil auskommt. Relevant ist dies, weil dadurch ganz neue Höhen ermöglicht werden. Bisher nämlich ist bei rund 500 Metern Schluss. Bei noch höheren klassischen Aufzügen schwingt das Seil zu stark, um einen sicheren Betrieb zu gewährleisten. Wer also im höchsten Gebäude der Welt – dem Burj Khalifa in Dubai – ins oberste Stockwerk möchte, muss bisher umsteigen. Außerdem sind dort vergleichsweise viele Aufzugsschächte nötig, um die Massen an Menschen zu befördern. Denn es gilt: Pro Schacht kann nur ein Aufzug eingesetzt werden. Hier kommt nun der Multi ins Spiel. Dieser basiert im Wesentlichen auf der alten Idee des Paternosters. Es gibt also einen Schacht, in dem die Kabinen nach oben fahren und einen, in dem es wieder abwärts geht. Dazwischen befindet sich der sogenannte Exchanger, auf denen der Wechsel stattfindet.

Architekten könnten von der neuen Lösung profitieren

Würden die Kabinen an einem Seil hängen, ginge dies natürlich nicht. Deshalb haben sich die Ingenieure etwas neues einfallen lassen: Die Kabinen hängen an vier Schienensträngen, mit denen sie über Rollen fest verbunden sind. Für den Antrieb wiederum sorgen Linearmotoren – ähnlich wie bei einer Magnetschwebebahn. Auf diese Weise können pro Aufzugsschacht zahlreiche Kabinen gleichzeitig unterwegs sein – was die Kapazität der Anlage massiv erhöht. Dies wiederum könnte ganz neue wirtschaftliche Möglichkeiten mit sich bringen. Denn bisher müssen Architekten beim Bau eines Hochhauses viel Platz für die Aufzüge und die Technik einplanen. Durch das neue System ließe sich hier aber viel Fläche einsparen – die dann anderweitig nutzbar wäre. Zunächst einmal muss der Multi aber noch von den Behörden abgenommen werden. Damit es dabei nicht zu Problemen kommt, wird das System in Atlanta noch einmal ausführlich getestet.


Via: ThyssenKrupp Elevator

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