Mikroplastik ist ein echtes Problem, die winzigen Teilchen breiten sich aktuell in unseren Gewässern aus. Von dort gelangen sie in Pflanzen und Tiere – und über die Nahrung auch in den Menschen. Die derzeitigen Kläranlagen können es mit diesen Verschmutzungen leider noch nicht aufnehmen, sie filtern nur wenig bis gar nichts davon aus dem Wasser heraus. Vor allem unsere Waschmaschinen gelten als Quelle für Mikroplastik.


Von Martin Wagner et al. – Wagner et al.: Microplastics in freshwater ecosystems: what we know and what we need to know. In: Environmental Sciences Europe. 26, 2014, doi:10.1186/s12302-014-0012-7, CC-BY 4.0, Link

Leonie setzte mehrmals den Wäschekeller unter Wasser

Die winzigen Plastikstückchen lösen sich aus den Kunststofffasern unserer Wäsche heraus, wenn sich die Waschmaschinentrommel dreht. Dann schwimmen sie durch den Abfluss davon und lassen sich nie wieder einfangen. Wirklich nie wieder? Die 15-jährige Leonie aus dem bayerischen Friedberg bei Augsburg befasste sich im Rahmen von »Jugend forscht« mit genau diesem Problem und fand eine erstaunlich simple Lösung. Vorher jedoch setzte sie ein paarmal den Wäschekeller ihrer Eltern unter Wasser, weil ihre Filterlösungen einfach nicht genügend Wasser durchließen oder zu leicht verstopften. Leonie ließ sich dadurch aber nicht entmutigen, und nun hat sie ihn wirklich erfunden, den Mikroplastik-Wasserfilter!

Das Material gibt es für wenig Geld im Baumarkt

Die Gymnasiastin konstruierte drei kleine, länglich geformte Beutel, die sich hintereinander ins Abwasserrohr der Waschmaschine hängen lassen. Sie bestehen aus einem feinmaschigen Kunststoff, den es in jedem Baumarkt für wenig Geld zu kaufen gibt, und lassen Wasser hindurch, aber eben kein Mikroplastik. Im Filter sammelt sich mit der Zeit eine Art Faserfilz, der sich entnehmen und über den Hausmüll entsorgen lässt. Um zu ihrem Ziel zu gelangen, musste Leonie die Oberflächengröße ihrer Filter berechnen. Zuerst griff sie nämlich zu Sieb-Einsätzen mit viel zu kleiner Oberfläche, dann konnte nur noch die Mathematik helfen. Ihre Mutter führt den Erfindungsgeist und die Naturliebe ihrer Tochter darauf zurück, dass das Mädchen seit frühester Kindheit ständig draußen spielt.


Der Bundespreis für »Jugend forscht« im Gebiet Umwelttechnik darf Leonie nun verdient für sich in Anspruch nehmen. Jetzt ist sie auch noch für den Deutschen Engagement-Preis nominiert und hält eine Lehrstunde zum Thema Mikroplastik auf dem Weltpfandertreffen. Ihre Verwandten und Freunde haben die Filter bereits vorbestellt, damit sie möglichst als Erstes »dran« sind, wenn es endlich so weit ist und die kleinen aber praktischen Naturschützer auf den Markt gelangen.

Quelle: br.de

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2 Kommentare

  1. Roger Tillmann

    22. Juli 2019 at 09:04

    Was ist ein „Weltpfandertreffen“? Google kennt das nicht ,..

  2. Tanne

    22. Juli 2019 at 11:49

    Es geht – also ab sofort diesen Filter bei neuen Maschinen vorschreiben!

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