Erst kürzlich kündigte auch Toyota eine große Offensive in Sachen Elektroautos an. So sollen bis zum Jahr 2025 insgesamt 70 elektrische Modelle auf den Markt kommen, wovon 15 ausschließlich über einen Elektromotor verfügen. Die Ankündigung kam durchaus überraschend. Denn zuvor hatte der japanische Konzern vor allem auf Wasserstoff als nachhaltige Antriebsquelle gesetzt. Auch hier scheint der Konzern nun aber neue Wege beschreiten zu wollen. Denn im japanischen Fuji soll ein für den Rennsport umgebauter Toyota Corolla mit Wasserstoffantrieb an einem 24-Stunden-Rennen teilnehmen. Die Besonderheit: Toyota verzichtet auf die Nutzung einer Brennstoffzelle. Stattdessen wird der Wasserstoff in einen Verbrennungsmotor geleitet und dort direkt verbrannt. Auch dabei entstehen keine CO2-Emissionen, sondern es bleibt lediglich Wasser zurück. Die Klimabilanz dieser Antriebstechnik wiederum hängt davon ab, wie der Wasserstoff erzeugt wurde.


Der Wasserstoff wird wie Benzin im Motor verbrannt

Bei klassischen Wasserstoff-Autos ist in der Regel eine Brennstoffzelle integriert. Diese nutzt das Gas zur Stromerzeugung und treibt so wiederum einen Elektromotor an. Diesmal allerdings wählten die Ingenieure von Toyota einen etwas anderen Weg. Sie nahmen einen 1,6-Liter-Dreizylinder Motor aus einem Toyota Yaris GR und machten diesen bereit für die Nutzung von Wasserstoff. Dazu waren unter anderem Veränderungen bei der Einspritztechnik und der generellen Kraftstoffversorgung nötig. Grundsätzlich wird der Wasserstoff dann aber genauso verbrannt wie sonst Benzin. Auch der gewünschte Antrieb entsteht auf die selbe Art und Weise. Allerdings versprechen sich die Ingenieure Vorteile beim Start, weil das Luft-Wasserstoff-Gemisch im Motor schneller anspricht als klassisches Benzin. Bei einem 24-Stunden-Rennen relativiert sich die Bedeutung des Starts aber natürlich im Laufe der Zeit. Die Teilnahme dient zunächst auch nur dazu, Erfahrungswerte zu sammeln.


BMW arbeitete einst an einer ähnlichen Technologie

So ist bisher nicht geplant, die angepasste Form des Wasserstoffantriebs in Serie zu bringen. Wirklich neu ist der Ansatz zudem nicht. BMW beispielsweise hat Anfang der 2000er Jahre ebenfalls an einem solchen Antrieb geforscht. Im Jahr 2002 verkündete der Konzern dann sogar werbewirksam die Produktion eines „0-Liter-Autos“ namens BMW Hydrogen 7. Dieser ließ sich zusätzlich aber auch noch auf klassischen Benzinantrieb umstellen. Denn die Reichweite war mit 200 Kilometern eher begrenzt und das Netz an Wasserstofftankstellen noch spärlicher als heute. Letztlich wurde dann auch nur eine dreistellige Zahl an Fahrzeugen produziert. Diese wurden zudem nicht verkauft, sondern an Prominente auf Leasingbasis abgegeben. Eine Zeit lang waren dann unter anderem Plácido Domingo, Florian Henckel von Donnersmarck, Guido Westerwelle und Roland Berger mit dem Auto unterwegs. Wie oft sie tatsächlich den Wasserstoff-Antrieb nutzten, ist allerdings nicht überliefert.

Via: Ars Technica

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