Der Zustand der Wälder entwickelt sich weltweit sehr unterschiedlich. Vielen westlichen Ländern – darunter auch Deutschland – ist es in den letzten Jahren gelungen, ihre Waldflächen sogar auszuweiten. Gleichzeitig befindet sich der Regenwald aber in größerer Gefahr als je zuvor. Grund mit dem Finger auf andere Länder zu zeigen, besteht deswegen aber nicht. Denn in einer globalisierten Welt lassen sich Verantwortlichkeiten nicht immer klar trennen. So haben japanische Forscher nun untersucht, welchen Einfluss unser Konsum auf Wälder in weit entfernten Ländern hat. Das Ergebnis ist wenig erfreulich: Jeder Deutsche ist demnach jedes Jahr für die Zerstörung von 2,5 Bäumen verantwortlich. Rein rechnerisch werden als jedes Jahr rund 200 Millionen Bäume gefällt, um Produkte für den deutschen Markt produzieren zu können. In anderen Ländern fällt die Bilanz allerdings noch schlechter aus.


Einige Produkte sind besonders problematisch

So kommen die Vereinigten Staaten sogar auf einen Wert von fünf Bäumen pro Kopf und Jahr. Auf der anderen Seite sind große Schwellenländer wie Indien oder China zwar keine Waisenknaben in Sachen Umwelt- und Waldschutz. Der Konsum von importierten Waren fällt dort allerdings pro Kopf gesehen deutlich niedriger aus. Die Einwohner dort sind mit ihren Einkäufen daher für den Tod von weniger als einem Baum pro Jahr verantwortlich. Schaut man sich die Ergebnisse für die einzelnen Länder im Detail an, fällt auf, dass bestimmte Produkte besonders problematisch sind. Dazu gehört beispielsweise Palmöl – aber auch Sojabohnen, Kaffee und Holz. Folgerichtig tauchen diese Produkte bei fast allen Ländern negativ in der Bilanz auf. Hinzu kommen dann noch landesspezifische Besonderheiten. Die deutsche Lust auf Kaffee beispielsweise führt dazu, dass tropische Regenwälder in Ghana und der Elfenbeinküste weichen müssen.


Die entscheidende Frage: Wo finden die Rodungen statt?

Das Stichwort Regenwald verweist zudem auf die zweite Ebene der Untersuchung. Hier haben sich die Forscher angeguckt, welche Art von Bäumen verloren geht. Zur Verdeutlichung: Wenn uralte Bäume in einem intakten Regenwald-Ökosystem gefällt werden, ist dies aus Sicht des Umwelt- und Klimaschutzes deutlicher schlimmer als wenn das selbe in einer künstlich angelegten Monokultur passiert. Schaut man nämlich rein auf die Zahlen, scheint Schweden nicht besonders nachhaltig unterwegs zu sein. Weil Holz in dem skandinavischen Land zur Gewinnung von Strom und Wärme genutzt wird, zerstört jeder Schwede im Schnitt 22 Bäume pro Jahr. Der Wert scheint also deutlich schlechter zu sein als etwa in Deutschland. Tatsächlich greift Schweden aber fast ausschließlich auf einheimische Wälder zurück – die oftmals auch noch nachhaltig bewirtschaftet werden. Dadurch relativiert sich der ökologische Fußabdruck doch deutlich. Länder wie Deutschland, Frankreich oder die USA verursachen hingegen über neunzig Prozent der Abholzungen in fremden Ländern.

Via: Nature

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