Alleine in diesem Jahr sind bereits 4.300 Hektar Wald in Deutschland niedergebrannt. Dies stellt einen neuen Rekordwert dar. Und doch ist es nur ein Teil des Problems. Denn in den Jahren 2018 bis 2020 sind insgesamt sogar 400.000 Hektar Wald verloren gegangen. Diese Verluste sind in aller Regel auf Folgen von Wassermangel und Dürre zurückzuführen. So hat der Borkenkäfer in vielen Gebieten großen Schaden angerichtet. Er war dabei aber auch so effektiv, weil die Bäume durch die anhaltende Dürre ohnehin schon geschwächt waren. In nur drei Jahren sind so rund drei Prozent der deutschen Waldflächen verloren gegangen. Eine Entwicklung, die dauerhaft so nicht tragbar ist. Experten und Waldbesitzer sind sich daher einig, dass die deutschen Wälder dringend umgebaut werden müssen. Anstatt der oftmals gleichen Monokulturen, werden Mischwälder benötigt, die an die regionalen Bedingungen angepasst sind.


Foto: Forrest, Simon Gehrig, Flickr, CC BY-SA 2.0

Die Forschung sucht nach passenden neuen Baumarten

Doch dies ist einfacher gesagt als getan. Denn zunächst einmal klingt es einleuchtend, einfach Bäume aus südlicheren Gefilden anzupflanzen, die mit weniger Wasser auskommen. Tatsächlich wurden entsprechende Versuche bereits unternommen. Die so gewonnenen Daten sind aber noch nicht aussagekräftig genug, um konkrete Baumarten zu bestimmen, die sich besonders gut eignen. Ein Vorgehen nach der Trial-and-Error-Methode bringt aber erhebliche Risiken mit sich. Dies zeigt sich am Beispiel des aus Nordamerika importierten Eschen-Ahorns. Er bereitet den Waldbauern aktuell Probleme, weil das so in Deutschland gewonnene Holz oftmals nicht den qualitativen Anforderungen der Holzindustrie entspricht. Eine wirtschaftliche Nutzung der Wälder ist aber auch zukünftig vorgesehen. Denn es handelt sich um einen wertvollen und im Idealfall klimaneutralen Rohstoff. Hinzu kommt: Der Umbau hin zu regional angepassten Mischwäldern wird einiges an Kosten verursachen.

Die Bundesregierung hat bereits Milliarden zur Verfügung gestellt

So schätzt der Deutsche Forstwirtschaftsrat, dass in den nächsten fünfzig Jahren insgesamt fünfzig Milliarden Euro investiert werden müssen. Dies bringt vor allem in der Anfangsphase eine gewisse Problematik mit sich. Denn hier muss zunächst investiert werden, während gleichzeitig die Einnahmen sinken. Der Forstwirtschaftsrat und die Waldbesitzer wünschen sich daher eine finanzielle Unterstützung durch den Staat. Tatsächlich hat die Bundesregierung im Rahmen des „Aktionsprogramm Natürlicher Klimaschutz“ in einem ersten Schritt vier Milliarden Euro zur Verfügung gestellt. Weitere Millionen können fließen, wenn Maßnahmen zum Erhalt oder zum Ausbau der Artenvielfalt umgesetzt werden. Gelingen wird der Umbau allerdings nur, wenn das Thema auch langfristig weiter verfolgt wird. Denn es wird nicht möglich sein, alle Wälder in einer großen Aktion vollständig umzubauen. Vielmehr geht es um eine langfristige Transformation, die den deutschen Wald nach und nach immer widerstandsfähiger macht.


Via: FAZ

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