Die Technik kommt aus Deutschland, ist aber bei uns wenig bekannt: Im niedersächsischen Huntorf eröffnete 1978 das erste kommerziell verwendete Druckluftspeicherkraftwerk (Compressed Air Energy Storage, CAES) der Welt und liefert noch heute eine Leistung von 321 Megawatt über rund zwei Stunden. Als Betreiber fungiert Uniper. Was bei uns eine Nebentechnologie geblieben ist, erhielt in China ein Leistungsupgrade und kommt jetzt ganz groß raus.


Symbolbild: grüne Energiespeicher
abstract green energy concept with green Earth and plug

Große Mengen Energie über lange Zeit verfügbar halten

Unterirdische Salzkavernen dienen in Huntorf als Speicher von Druckluft, die bei Bedarf der Verstromung dient. Diese Speicherart ist dafür geschaffen, große Mengen an Energie über einen längeren Zeitraum verfügbar zu halten, also eine passende Ergänzung zu Stromerzeugung mit Wind und Sonne. Jetzt ging in der ostchinesischen Provinz Jiangsu ein neuer Rekordhalter dieser Sparte ans Netz. Er wartet mit einer Leistung von 600 Megawatt auf, aufgeteilt auf zwei Einheiten, und hat eine Speicherkapazität von 2400 Megawattstunden.

Upgrade von maximal 54 auf 71 Prozent Wirkungsgrad

Während bei älteren Anlagen dieser Art, so auch in Huntorf, der Wirkungsgrad schmale 42 bis 54 erreicht, verkündet der chinesische Betreiber Harbin Eletric Corp. 71 Prozent Wirkungsgrad. Jedes Jahr sollen mit dem neuen Kraftwerk 792 Millionen Kilowattstunden zu den Verbrauchern fließen, das reicht im Durchschnitt für 600.000 Haushalte. Wenn Stromüberschuss herrscht, nutzt die Anlage diese Energie, um Luft stark zu verdichten und in Behälter zu pressen, die in diesem Fall wie riesige Golfbälle aussehen. Wird die Energie gebraucht, strömt sie zu den Turbinen, die sie in nutzbaren Strom verwandeln. Die Chinesen verwenden zur Effizienzsteigerung zusätzlich Wärmespeicher, zum Beispiel mit Druckwasser und Salzschmelze.


Auch Deutschland schläft auf diesem Gebiet nicht. Immerhin sollen im westfälischen Ahaus nächstes Jahr die Bauarbeiten für ein eigenes, neues CAES-Krafwerk beginnen, mit dem Ziel, 2030 fertig zu werden. Es wäre das erst seiner Art nach Huntorf, also unsere Nummer 2 in 52 Jahren.

Quelle: focus.de 

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