Hyperschallwaffen haben in den letzten Jahren stark an strategischer Bedeutung gewonnen. Denn aufgrund ihrer enormen Geschwindigkeit können sie nur schwer von Abwehrsystemen erfasst werden. Ausgerechnet die Vereinigten Staaten hatten bei der Entwicklung der neuen Waffenart aber mit einigen Problemen zu kämpfen. Bei mehreren Tests kam es zu Fehlschlägen. China und Russland hingegen verfügen eigenen Angaben zufolge bereits über ein erhebliches Arsenal an Hyperschallwaffen. Die US-Luftwaffe will den Rückstand unter anderem mit einem spektakulären Tests am Boden wettmachen. Stattgefunden hat dieser auf dem Holloman High Speed Test Track im US-Bundesstaat New Mexico. Dabei handelt es sich um ein rund sechzehn Kilometer langes Schienensystem, das enorme Geschwindigkeiten ermöglicht. So ließen die Entwickler dort Ende März einen Raketenschlitten starten, der anschließend bis auf die 5,6-fache Schallgeschwindigkeit beschleunigte. Dies alleine stellt noch keine Besonderheit dar. Denn in der Vergangenheit wurden auf der Teststrecke schon deutlich höhere Geschwindigkeiten erreicht.


Bild: U.S. Air Force photo

Die Testfahrten am Boden ermöglichen detaillierte Untersuchungen

Dabei wurden die genutzten Schlitten aber jeweils zerstört. Diesmal hingegen konnte der Raketenschlitten nach dem Erreichen der Höchstgeschwindigkeit kontrolliert abgestoppt werden. Genau dies war auch der Plan der beteiligten Ingenieure. Denn bei Geschwindigkeiten von mehr als fünffacher Schallgeschwindigkeit entsteht eine enorme Hitze. Diese kann zu Beschädigungen am Rumpf oder den integrierten Steuersystemen führen. Bei Tests mit Hyperschallraketen lassen sich die Auswirkungen der Hitze allerdings nicht genau untersuchen. Denn die Fluggeräte werden zerstört und landen anschließend im Meer. Hier kann die Teststrecke in New Mexico für Abhilfe sorgen. Dort können die Schlitten auf die gewünschte Geschwindigkeit beschleunigt und anschließend detailliert untersucht werden. Die Teststrecke stellt somit einen wichtigen Zwischenschritt zwischen Versuchen im Labor und richtigen Testflügen dar. Im Idealfall kann die US-Luftwaffe die gemachten Erfahrungen nun nutzen, um Fortschritte bei der Entwicklung von Hyperschallraketen zu realisieren.

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Die US-Armee hat Hyperschallraketen erfolgreich getestet

Tatsächlich wurden vor der Küste Kaliforniens wenige Wochen später dann erfolgreich US-Hyperschallraketen getestet. Ausgesetzt wurde die Rakete von einem Langstreckenbomber des Typs Boeing B-52H. Der Test verlief so erfolgreich, dass die US-Luftwaffe anschließend von einem Versuch sprach, der „Geschichte gemacht“ habe. Nun soll die neue Waffenart möglichst schnell in die Streitkräfte integriert werden. Dadurch soll die US-Armee in die Lage versetzt werden, gezielte Präzisionsschläge durchzuführen. Außerdem sollen so Stellungen auch aus der Distanz verteidigt werden können. Der Praxistest steht für die US-Entwicklung aber noch aus. Anders sieht dies bei der russischen Armee aus. Diese setzt im Rahmen des Angriffskriegs in der Ukraine eigenen Angaben zufolge bereits die Hyperschall-Rakete „Kinschal“ ein und richtet damit große Schäden an. Perspektivisch ist nun zu erwarten, dass viele Armeen verstärkt Ressourcen in die Weiterentwicklung der Raketenabwehrsysteme investiert werden, um die neue Bedrohung zu neutralisieren.

Via: Air Force

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