Hybridfahrzeuge sollen ein Schritt auf dem Weg zum elektrischen Autoverkehr sein. Deshalb fördert der Staat solche Autos sowohl für die private Nutzung als auch im gewerblichen Bereich. Das Problem: Viele Autokäufer greifen die Förderung ab, fahren dann aber so gut wie nie elektrisch, sondern ausschließlich mit dem Verbrennerantrieb. Darum schlägt der Aufsichtsratsvorsitzende von BMW, Nicolas Peter, nun vor, die Leistung von Fahrzeugen zu drosseln, die nur selten oder gar keinen Strom tanken.


Brauchen Hybridfahrzeuge einen Ladezwang?

Kontrollmechanismus soll Ladeverhalten überwachen

Um diesen Vorschlag in die Tat umzusetzen, braucht es einen funktionierenden Kontrollmechanismus an Plug-in-Hybridfahrzeugen, um das Ladeverhalten zu überwachen. Bei zu wenig Aufladungen könnte eine automatische Drosselung eintreten, sodass die Fahrer sich mehr bemühen, öfter elektrisch zu fahren. Die Sanktionen sind angedacht für Wagen, die mit staatlicher Förderung geleast oder gekauft wurden, und sollen nicht nur für Autos von BMW gelten.

Meist schaffen Firmen solche Hybridfahrzeuge an, um die steuerlichen Vorteile der Dienstwagen auszuweiten. Doch die CO2-Emissionen solcher Autos liegen laut einer Studie von Transport & Environment (T&E) ohnehin schon über den Herstellerangaben. Kommt dann noch die äußerst seltene Nutzung des Elektroantriebs hinzu, schnellt der Benzin- oder Dieselverbrauch in ähnliche Höhen wie bei einem reinen Verbrenner und der CO2-Vorteil hat sich komplett erledigt. Statt zu fragen, warum viele Nutzer auf die Aufladung verzichten und an dieser Stellschraube zu drehen, soll also eine Art Ladepflicht her. Schon seit 2025 plant der Verband der Automobilindustrie solche Eingriffe, weil ihm die Flottengrenzwerte der EU im Nacken sitzen.


BMW sieht das Verbrennerverbot im Jahr 2035 skeptisch

Peter Nicolas erklärt außerdem im Interview, dass BMW dem Verbrennerverbot der EU skeptisch gegenübersteht. Er sieht einen erhöhten Verbrennerabsatz vor 2035 auf die Autohersteller zukommen, der dann abrupt abbricht und so Zehntausende Arbeitsplätze in Gefahr bringt. Ungefähr die Hälfte der Kunde sollen nach seiner Ansicht bereit sein, zur europäischen Deadline einen Stromer zu fahren. Zu hohe Stromkosten und zum Teil schlechte Lademöglichkeiten halten laut Nicolas unter anderem die Menschen vom Elektrofahrzeug ab.

Quelle: forschung-und-wissen.de

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