Bis zum Ende des Jahrzehnts möchte Volkswagen den Großteil seiner Fahrzeuge mit Elektromotor verkaufen. Konkret wird ein Wert von rund siebzig Prozent angepeilt. Beim Sportwagenbauer Porsche, der ebenfalls zum VW-Konzern gehört, liegt die Zielmarke sogar noch höher: Hier sollen nur noch zwei von zehn verkauften Fahrzeugen einen Verbrennungsmotor besitzen. Um diese Ziele zu erreichen werden allerdings jede Menge Batteriezellen benötigt. Genau hier drohte aber eine ungesunde Abhängigkeit. Denn bisher wird der Markt weitgehend von asiatischen Herstellern dominiert. Ein Großteil der Wertschöpfung der Elektroautos wäre so verloren gegangen. Volkswagen hat daher nun eigens einen sogenannten „Power Day“ veranstaltet, um ambitionierte eigene Pläne zu präsentieren. Demnach möchte der Wolfsburger Konzern – alleine und mit Partnern – insgesamt sieben Batteriezellen-Fabriken in Europa errichten. Eine wichtige Rolle spielt dabei die Kooperation mit dem schwedischen Startup Northvolt.


Bild: Eckart Egger

In Deutschland könnten zwei Batteriefabriken entstehen

Gemeinsam errichten die beiden Firmen aktuell eine Fabrik in Schweden. Dort werden insgesamt 11,7 Milliarden Euro investiert. Gleichzeitig baut Volkswagen schon seit einiger Zeit eine eigene Produktion in Salzgitter auf. Hier wurde auch schon eine erste Pilotlinie etabliert. Über die Standorte der anderen geplanten Fabriken wurde noch nicht final entschieden. Es gilt aber als wahrscheinlich, dass zwei davon bei wichtigen Tochtermarken des VW-Konzerns entstehen werden. Dies wäre dann einmal ein Standort bei Seat auf der iberischen Halbinsel und eine weitere Fabrik bei Skoda in Osteuropa. Der Betriebsrat macht sich zudem für eine zweite Batteriezellen-Fabrik in Deutschland stark. Hier wird immer wieder der Standort Emden ins Spiel gebracht. Da die einzelnen Fabriken aber erst nach und nach ihren Betrieb aufnehmen sollen, bleibt noch etwas Zeit für die jeweilige Standortsuche. Läuft dann alles nach Plan sollen die VW-Fabriken im Jahr 2030 auf eine Kapazität von insgesamt 240 Gigawattstunden (GWh) kommen.

Volkswagen und Tesla verfolgen eine eigene Strategie

Dies sind immerhin 90 Gigawattstunden mehr als zuvor geplant. Offensichtlich scheinen die VW-Manager also davon auszugehen, noch mehr Elektroautos verkaufen zu können als ursprünglich gedacht. Der Wolfsburger Konzern erarbeitet sich damit ein Alleinstellungsmerkmal unter deutschen Autobauern und Zulieferern. Denn kein anderes deutsches Unternehmen baut so konsequent eigene Expertise und Kapazitäten in Sachen Batteriezellenfertigung auf. BMW und Mercedes hingegen vertrauen weitgehend auf asiatische Zulieferer. Unternehmen wie Bosch oder Continental scheuen hingegen die hohen Investitionen, um den technologischen Vorsprung der etablierten Hersteller zu egalisieren. Somit bleibt neben Volkswagen nur Tesla als Unternehmen aus der Automobilbranche, das die Produktion von Batteriezellen als integralen Bestandteil des eigenen Konzerns begreift. Wie immer bei Tesla geht es auch hier nicht ohne Superlative: Aktuellen Planungen zufolge soll in Grünheide die größte Batteriezellen-Fabrik der Welt errichtet werden.


Via: Handelsblatt

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