Ausgerechnet ein Asteroid könnte zur ersten bewohnten Weltraumbasis des Menschen werden! Das auserkorene Himmelsgestirn heißt Atira und befindet sich in der Goldlöckchen-Zone unseres Sonnensystems, etwa 80 Mal so weit weg wie unser Mond. Die Erschließung würde laut eines Forschers schlappe 4,1 Milliarden US-Dollar kosten: ein echtes Schnäppchen, gemessen an der Kühnheit der Idee.


Leben in einigen Jahren tatsächlich Menschen im All?

Jensen arbeitete fürs Raumfahrtunternehmen Rockwell Collins

Atira weist laut einer Studie von David W. Jensen beste Bedingungen dafür auf, eines Tages vom Menschen erobert zu werden. Jensen war lange Zeit beim Luft- und Raumfahrtunternehmen Rockwell Collins beschäftigt. Seine Forschungsergebnisse präsentierte er als Prepint bei arXiv, einem wissenschaftlichen Dokumentenserver.

Laut Jensen sprechen die Zusammensetzung des Asteroiden, seine Dimensionen sowie die Erdnähe für seine Bestimmung als Weltraumkolonie. Der Durchmesser von Atira liegt bei nur 4,8 Kilometern, das heißt, die Gravitationskraft ist nicht gerade hoch. Da Menschen bei dauerhafter Schwerelosigkeit mit negativen Effekten zu kämpfen haben, müsste sich an dieser Stelle noch etwas ändern: Der Wissenschaftler schlägt vor, die Zentripetalkraft zu nutzen, die Rotation des Asteroiden zu verstärken und so erdähnliche Schwerkraftbedingungen zu schaffen.


Homogene Temperaturbedingungen in fester Umlaufbahn

Atira hat übrigens einen eigenen Mond und umkreist die Sonne in einer konstanten Umlaufbahn. Die Temperaturbedingungen sind also homogen. Als Lebensraumkonzept schlägt Jensen den Torus vor, ein ringförmiges Gebilde, das er nach bester Massenverteilung konzipierte. Die Bodennutzung soll so effektiv die möglich sein, die Innenstruktur durch Säulen gestützt werden. Als Erbauer für die Weltraumstation sollen autonome Roboter herhalten, die mit einer Startkapsel auf Atira landen. Vier Spinnenroboter bauen die Basisstation auf und produzieren selbständig 3.000 weitere Roboter, ohne dass dafür menschliche Hilfe nötig wäre.

Bauzeit 12 Jahre, danach Akklimatisierung

Jensen rechnet damit, eine Milliarde Quadratmeter Weltraumland zu erobern, für die besagten 4,1 Milliarden Dollar. Die Bauzeit soll 12 Jahre betragen, danach braucht es noch einige Zeit, bis das Habitat bereit ist. Zuerst müssen sich die Temperaturen stabilisieren und auch die Luft- und Wasserversorgung muss gewährleistet sein. Dann können die ersten Menschen auf Atira landen – und bleiben.

Quelle: forschung-und-wissen.de

2 Kommentare

  1. Achmed Khammas

    12. August 2023 at 19:34

    Interessante Vorstellung – nur wie die „verstärkte Rotation des Asteroiden erdähnliche Schwerkraftbedingungen schaffen“ soll, erschließt sich mir nicht. Hat da jemand eine Idee?

  2. blackcrack

    13. August 2023 at 06:39

    nur daß atira Asteroiden, eine Art von Asteroiden sind und nicht „Der“ Asteroid…

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