Die medizinische Forschung ist immer auf der Suche nach günstigen und zuverlässigen Diagnosemethoden für Hirnschäden. So hatten wir vor einigen Tagen von einem Forscherteam berichtet, dass die Augenbewegungen der Patienten analysiert und daraus entsprechende Rückschlüsse zieht. Eine japanische Studie hat nun eine noch simplere Methodik wissenschaftlich untersucht: Probanden wurden gebeten möglichst lange auf einem Bein zu stehen. Patienten, die dabei in weniger als zwanzig Sekunden die Balance verloren, wiesen oftmals bereits kleine Schädigungen der Hirngefäße auf.


Gehirn
Foto: Gedächtnisleistung Ranveig mri. jpgCC BY-SA 3.0 (VIA WIKIMEDIA COMMONS)

Weitere Symptome nicht erkennbar

Diese kleinen Schädigungen wiederum gelten als Frühindikator für schwere Schädigungen, beispielsweise Schlaganfälle oder Demenz. Das interessante dabei: Zum Zeitpunkt des Tests wiesen die untersuchten Probanden keinerlei weiteren auffälligen Symptome auf. Der simple Bein-Steh-Test kann also helfen gefährdete Personen auf einfache Weise zu erkennen und dann genauer zu untersuchen. Unabhängig davon konnte eine kurze Balancezeit ebenfalls mit schlechten Ergebnissen bei Gedächtnis- und Logiktests in Korrelation gebracht werden. Eine Beeinträchtigung des Gehirns scheint also vorzuliegen.

Test dient vor allem der Identifizierung von gefährdeten Patienten

Dabei muss allerdings bedacht werden, dass es sich um kein hundertprozentig sicheres Prognoseverfahren handelt. Personen mit Gleichgewichtsschwierigkeiten haben zwar signifikant öfter kleine Gefäßschädigungen als Dauerbalancierer. Aber nicht jeder, der frühzeitig den zweiten Fuß zu Hilfe nehmen muss, hat auch zwingend einen Hirnschaden. Um einen solchen mit absoluter Sicherheit feststellen zu können, müssen andere Testmethoden zum Einsatz kommen.


Bereits vor einiger Zeit haben Tests allerdings belegt, dass die Fähigkeit auf einem Bein zu balancieren, Auskunft über die Wahrscheinlichkeit eines frühzeitigen Ablebens geben kann. Wie das „Medical Research Council“ herausfand, sind 53-jährige Männer, die länger als zehn Sekunden auf einem Bein stehen können und in der Lage sind sich in einer Minute mindestens 37 mal von einem Stuhl zu erheben deutlich seltener von einem frühen Tod betroffen, als Leute, die an dieser Aufgabe scheitern.

Quelle: Digital Journal

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