Für Ärzte und Mediziner ist es oft schwierig, mögliche Gehirnschäden auszuschließen oder näher zu bestimmen. Anders als bei offenen Wunden sieht man die Verletzungen nicht sofort und man kann auch nicht so einfach den Kopf des Patienten aufschneiden und vor Ort nachschauen. Wissenschaftler der „New York University“ haben daher nun eine besondere Form der Diagnose von Hirnverletzungen entwickelt. Patienten wurde ein gut drei Minuten langes Musikvideo gezeigt. Währenddessen wurden die Augenbewegungen analysiert und anschließend ausgewertet.


Gehirn

Auch exakte Diagnosen sollen möglich werden

Dabei stellten die Forscher fest, dass bei Menschen ohne Hirnschädigung die vertikalen Augenbewegungen genauso oft vorkamen wie die horizontalen. Das Verhältnis betrug also 1:1. Bei Patienten mit einer Hirnschwellung allerdings war dieses Verhältnis gestört und nicht mehr ausgeglichen. Nach einer erfolgreichen Operation und der Heilung der Patienten, kehrte die normale 1:1-Verteilung allerdings wieder zurück. Die Wissenschaftler wollen nun in größeren Studien genaue Werte definieren, mit denen dann exakte Diagnosen gestellt werden können.


Technik kommt auch in E-Readern zum Einsatz

Die zugrundeliegende Technik ist dabei keineswegs neu. Sie kommt beispielsweise auch bei einigen E-Readern zum Einsatz, bei denen die Augenbewegungen analysiert werden, um rechtzeitig auf die nächste Seite zu blättern. Von daher dürfte die flächendeckende Umsetzung der Diagnose durch das Schauen von Musikvideos zumindest technisch kein Problem darstellen. Deutlich kostengünstiger als sämtliche bisher bekannten Untersuchungsmethoden ist sie ohnehin. Theoretisch könnten sogar Apps programmiert werden, mit denen jeder selbst Tests vornehmen kann.

In einem ersten Großeinsatz untersuchten die Wissenschaftler in Fort Campbell in Kentucky 600 Probanden, die gerade von einem Auslandseinsatz zurückkamen. Dafür benötigten die Forscher lediglich einen Tag, während herkömmliche Untersuchungsverfahren deutlich zeitraubender gewesen wären und daher bisher auch nicht flächendeckend zum Einsatz kamen. Auf lange Sicht hoffen die Entwickler der neuen Diagnose-Methode daher auf deutlich weniger Tode durch Hirnschädigungen, da die Verletzungen frühzeitig erkannt und behandelt werden können.

Quelle: Geek

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