Das Thema Automatisierung spielt in Sachen Verkehrsmittel vor allem auf der Straße eine Rolle. Aber auch auf dem Wasser sind autonome Systeme relevant. Diverse Projekte experimentieren mit autonomen Schiffen. So wurden beispielsweise in Norwegen autonome Schiffe getestet, und in Amsterdam kommen selbstfahrende Boote in den Kanälen zum Einsatz. Die meisten dieser Projekte nutzen jedoch ein traditionelles Hüllen- und Antriebsdesign für die Schiffe. Anders jedoch der Prototyp AutoNaut. Das Schiff ist voller solarbetriebener Sensoren und setzt die Energie von Wellen in Antriebsenergie um.


Eine alte Idee wird endlich umgesetzt

Die Geschichte des AutoNaut-Projekts begann im Grunde bereits 1981, als der Kapitän eines 30 Meter langen Schoners auf die Idee kam, dass man die Energie von Wellen verwenden könnte, um ein Schiff anzutreiben. Der Mann namens Mike Poole entwarf dann einen groben Prototyp aus einem alten Schrank, Spielzeug-Zahnrädern und einem Senfglas. Die Idee stellte sich als durchaus als vielversprechend heraus. Poole recherchierte im Patentverzeichnis und fand ein etwa 9 Meter langes Boot namens Autonaut, das 1895 von Hermann Linden in Italien gebaut wurde.


Pooles Projekt wurde dann 20 Jahre auf Eis gelegt, bevor er beschloss, sich wieder mit der Idee zu beschäftigen und eine Hülle zu konstruieren, die speziell für ein Wellenenergie-Antriebssystem ausgelegt ist. Mehrere Patente später gründete Poole 2012 zusammen mit David Maclean die Firma AutoNaut Ltd., um die Idee kommerziell umzusetzen.

Das Projekt war in den letzten zwei Jahren im Business Incubation Centre der European Space Agency im englischen Harwell beheimatet, wo die Technologie verbessert wurde. Die AutoNaut-Prototypen waren bereits im Rahmen von Missionen für die NATO, die Royal Navy und das Met Office unterwegs.

Antrieb nur mit Wellenenergie

Anfang diesen Monats wurde schließlich ein 5-Meter-Boot voller Sensoren vorgestellt. Das Schiff die Energie von Wellen in Vortrieb umwandeln und wurde so entworfen, dass es sich unabhängig von der Ausrichtung der Wellen bewegen kann.

Die umfangreiche Sensorik wird mit einer Photovoltaik-Anlage betrieben. An Bord befindet sich unter anderem eine Wetterstation, Strömungssensoren, ein modernes Schallortungssystem sowie Wassersensoren. Die gesammelten Daten werden noch an Bord verarbeitet und dann per Satellit an eine Basis gesendet. „If a satellite radar picks up suspected oil spills our AutoNaut can verify it on the spot, map the extent and take water measurements for relay back to shore„, so Phil Johnson von ArgoNaut. Der gleiche Satelliten-Link kann auch genutzt werden, um das autonome Steuersystem mit Daten zu versehen.

AutoNaut is revolutionary and will help us to better understand our environment at a fraction of the cost of manned technologies„, so Maclean, der Direktor der Firma. Die ArgoNaut-Schiffe können in Längen zwischen 2 und 7 Metern gebaut werden.

Das aktuelle 5 Meter lange Schiff wird in Kürze an die Norwegian University of Science and Technology ausgeliefert, um ozeanografische Studien durchzuführen.

Teile den Artikel oder unterstütze uns mit einer Spende.
PayPal SpendeAmazon Spendenshopping

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.