Selbst in subtropischen Regionen wie Singapur lässt sich ein angenehmes Raumklima ohne Klimaanlage erzielen. Das haben Forscher der University of British Columb (UBC) der Princeton University, der University of California, Berkeley und des Singapore-ETH Centre mit „Cold Tube” geschafft. Sie bauten in dem asiatischen Stadtstaat auf dem Gelände ETH-Centre, eine Abteilung der Eidgenössischen Technischen Hochschule Zürich, einen Raum, in dem sich 55 Probanden pudelwohl fühlten, obwohl die Temperatur mit 30 Grad Celsius keineswegs angenehm war.


Bild: UBC

Kalte Flächen saugen Wärmestrahlen an

Die Forscher machten sich ein lange bekanntes Prinzip zunutze. Kalte Flächen saugen gewissermaßen Wärmestrahlen an, die von Menschen ausgehen. Diese fühlen sich dann, als sei die Umgebungsluft weitaus niedriger als in Wirklichkeit. Wenn also ein Raum mit wassergekühlten Decken und Wänden ausgestattet ist, verschlingen diese die Wärmestrahlen der Menschen, die sich darin befinden.

Bisher wird diese Technik praktisch nicht genutzt, denn sie funktioniert nur, wenn zusätzlich die Luft entfeuchtet wird. Ansonsten kondensiert sie auf den kalten Oberflächen, so wie ein Glas beschlägt, das mit einer kalten Flüssigkeit gefüllt ist und in einem warmen Raum steht – warme Luft kann deutlich mehr Wasser speichern als kalte. Das Entfeuchten kostet Energie, sodass der Vorteil für Geldbeutel und Umwelt teilweise wieder aufgefressen wird.


Folie verhindert Regen im Innenraum

Das internationale Forscherteam fand eine Lösung, die ohne Entfeuchtung auskommt. Es entwickelte eine Folie, die Wärmestrahlen passieren lässt, Wasser aber abweist – die Oberfläche ist hydrophob. Diese Folie spannten sie über die kühlenden Paneele. Wasser kann sich daran nicht festklammern und nach und nach Tropfen bilden, bis es im Extremfall im Innenraum regnet.

„Klimaanlagen kühlen die Luft um uns herum ab und entfeuchten sie – eine teure und nicht besonders umweltfreundliche Angelegenheit. Der Cold Tube dagegen absorbiert die Wärme, die von einem Menschen abgestrahlt wird“, sagt Projektleiter Adam Rysanek von der UBC. Das neue System reduziert den Energieverbrauch um 50 Prozent, verglichen mit dem einer konventionellen Klimaanlage.

via UBC

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