Die Firma Bosch testet derzeit einen Biodiesel, der zu 100 Prozent aus Fettresten und altem Speiseöl besteht. Der »Care-Diesel« stammt aus Finnland und enthält kein fossiles CO2, das die Klimabilanz negativ beeinflussen könnte. Doch Deutschland hat für diesen Kraftstoff keine Zulassung erteilt, mit der Begründung, es gäbe bereits eine Alternative zum Diesel.


Bild: Fueling, faungg, Flickr, CC BY-SA 2.0

„Elektroauto ist die Alternative zum Diesel“

Bei der Verbrennung von Care-Diesel wird zwar weiterhin CO2 freigesetzt, aber keines, das seit Jahrmillionen im Erdboden gebunden war. Das Gas entweicht aus bereits produzierten und benutzten Stoffen, die jetzt nur noch eine Nach-Verwendung erfahren. Die Emissionen eines Verbrennungsmotors lassen sich mit dem neuen Diesel um etwa 65 Prozent reduzieren, doch die Substanz kommt hierzulande nicht auf den Markt. Das Umweltbundesamt ließ gegenüber der Stuttgarter Zeitung verlauten, dass das Elektro-Auto die bereits vorhandene Alternative zum Diesel-PKW sei. Außerdem könne in dem neuen Kraftstoff Palmöl enthalten sein. Ein Sprecher der Firma Bosch antwortete auf den letztgenannten Kritikpunkt, dass sich durch die passenden Nachhaltigkeits-Vorkehrungen der Zusatz von Palmöl verhindern ließe. Doch sein Argument fruchtete bislang nicht.

Bosch verwendet Care-Diesel für seinen Fuhrpark

Der neue Öko-Diesel ohne Zulassung könnte jedes normale Dieselfahrzeug antreiben, wahrscheinlich ohne vorherige technische Vorkehrungen. Auch das bestehende Tankstellennetz wäre weiter benutzbar. Bosch verwendet den Care-Diesel schon längere Zeit für den hauseigenen Fuhrpark, ohne dabei auf nennenswerte Probleme zu stoßen. Die Umstellung ließe sich auch für Millionen anderer Fahrzeuge zügig vollziehen, jedenfalls deutlich schneller, als die Infrastruktur für die Elektromobilität wächst. Bosch-Geschäftsführer Volkmar Denner gab schon 2018 bekannt, dass die »Verwendung ökologisch schneller (wirkt) als die komplette Erneuerung von Fahrzeugen und Infrastruktur«. Doch er blieb unerhört.


Aktuell ist die Herstellung von Care-Diesel noch aufwändig und teuer, sodass das Produkt an den Zapfsäulen doppelt so viel kosten würde wie herkömmlicher Kraftstoff. Vielleicht ließe sich am Preis im Zuge der Massenproduktion noch etwas machen, aber ob wir das je erfahren werden, bleibt zweifelhaft.

Quelle: focus.de 

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