Wir Menschen sind ohne Frage emotionale Wesen, mit vielfältigen Bedürfnissen, selbstverständlich auch sexueller Natur. Die Welt der Computer wird hingegen eher als steril angesehen, technisch und kalt. Dennoch können sich Mensch und Maschine auf intensive Weise begegnen – eine Option, die nicht nur Freaks wahrnehmen.


Digisexualität als neue Normalität?

Die Entwicklung führt zu wachsender Authentizität

Das Wort »Digisexualität« ist ein neuer Begriff, der zum ersten Mal 2017 aufkam. Er bezeichnet Menschen, die ihre sexuell-emotionalen Bedürfnisse hauptsächlich über digitale Medien stillen. Dort gibt es inzwischen vielfältige Möglichkeiten der Interaktion, das meiste davon hat mehr mit Fantasie zu tun als mit breitgestreuten Sinnesfreuden. Die Entwicklung weist jedoch in eine eindeutige Richtung: Die Angebote werden immer authentischer, sprechen den Menschen intensiver an, indem sie die Realität umfassender simulieren. Von schlichten Text- oder Sprachnachrichten über einschlägige 2D-Videos bewegen wir uns hin zu einer 360-Grad-Darstellung und dreidimensionale Erlebniswelten per Virtual Reality.

Der Computer soll dem Menschen ein Mensch werden

Und dann wären da noch die VR-Apps, die dem Nutzer die Chance bieten, einen Avatar nach Wunsch zu erstellen, um damit den perfekten Partner (oder die perfekte Partnerin) zu simulieren. Vom japanischen Unternehmen VAQSU gibt es sogar schon die zum Innhalt passenden Gerüche: sicherlich nicht jedermanns Sache, für so manchen User aber interessant. Was bei Aktivitäten über das Internet aber weiterhin fehlt, das ist die Haptik, das Hautgefühl. Denn alles zielt darauf ab, dass der Computer dem Menschen ein Mensch wird – und die Maschine hinter der Maskerade möglichst verschwindet. Weder Bits und Bytes noch Leiterplatten sind emotional interessant, aber Real Life Dolls mit anschmiegsamen Körpern erobern die Herzen. Auch sie bestehen hauptsächlich aus Technik, nur ihre Verpackung spricht eine andere Sprache.


Die teilnahmslose Gummipuppe hat vielleicht bald ausgedient, denn moderne Sex Dolls haben eine warme weiche Haut, zittern und stöhnen und imitieren einen Orgasmus. Sie können sogar kommunizieren, wissen über die Vorlieben ihres Menschen Bescheid und erinnern sich an seinen / ihren Geburtstag. Bedeutet das, wir driften demnächst alle ab in eine Welt der digitalen Verführung? Wahrscheinlich nicht, weil Mensch und Mensch noch immer am besten zueinander passen. Alles andere ist und bleibt (süße – und teils sehr teure) Illusion.

Mehr zu diesem Thema hört ihr heute Abend ab 19 Uhr im Trends Talk bei Clubhouse: Wer bereits bei Clubhouse ist, der kann uns unter folgendem Link folgen und ist zudem gern heute Abend ab 19 Uhr eingeladen dem Talk beizuwohnen und auch mitzugestalten.

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Quelle: gq-magazin.de

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