Dass ein. (in diesem Fall als „viele“ zu lesen) Länder Deutschland im Bereich Digitalisierung voraus sind, ist längst kein Geheimnis mehr. Selbst in der Pandemie zeigen sich viele deutsche Behörden nur sehr bedingt flexibel, was digitale Behördengänge angeht. Und auch Dokumente wie den Personalausweis oder den Führerschein in einer App auf dem Handy zu haben ist in manchen Ländern längst Alltag. Das Bundeswirtschaftsministerium möchte nachziehen und stellt 50 Millionen Euro zur Förderung von Projekten für digitale Identitäten zur Verfügung.


Bild: Verimi

Förderung von elektronischen Ausweisen

Wenn es nach dem Bundeswirtschaftsministerium geht, sollen deutsche Bürger den Personalausweis, den Führerschein und andere oft benötigte Dokumente bald auf dem Smartphone sichern können. Die 50 Millionen Euro gehen an bis zu vier große IT-Projekte aus dem Innovationswettbewerb „Schaufenster Sichere Digitale Identitäten“. Das Ziel sind die Entwicklung alltagstauglicher Anwendungen, die die Vorteile und Möglichkeiten digitaler Ausweisfunktionen auf neueren Smartphones demonstrieren sollen.

Den Anfang macht das Projekt IDunion, das mit 15,6 Millionen Euro gefördert wurde. Im Rahmen des Projekts soll eine einfache Lösung für elektronische Identifizierungen (eID) entwickelt werden. Unter den 25 Partnern des Projekts sind unter anderem der Berliner Senat, die TU Berlin sowie das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge.


IDunion ist bereits an mehreren Standorten in Deutschland im Bereich E-Government, Bildung, Internet der Dinge, E-Mobilität und ID-Management tätig. Dabei kommen Konzepte wie Open-Source-Software und standardisierte Datenformate zum Einsatz, um größtmögliche Transparenz zu schaffen.

Hohe Ansprüche an Smartphone-Sicherheit

Die anderen Projekte, die gefördert werden sollen, sollen schon bald bekanntgegeben werden. Unter den Bewerbern sind unter anderem die Login-Allianz Verimi sowie ein Fraunhofer-Institut, die mit der „Deutschland ID“ einen eID-Standard entwickeln wollen. Die geförderten Projekte wurden mithilfe einer Jury aus Fachleuten ausgewählt. Das Bundeswirtschaftsministerium betont, dass Digitale Identitäten ein wichtiger Fokus für die digitale Strategie in den nächsten Jahren sind. Die gesetzlichen Voraussetzungen dafür sind auch bereits in Arbeit. Im Februar wurde von der Bundesregierung ein vom Bundesinnenministerium vorbereiteter Gesetzesentwurf auf den Weg gebracht, der den Identitätsnachweis mittels elektronischer Endgeräte ermöglichen soll.

Für eine eID-Lösung ist ein Smartphone nötig, dessen eingebettete Sicherheitsarchitektur die Voraussetzungen der eIDAS-Verordnung entspricht. Aktuell erfüllen diese Vorgaben lediglich die Geräte aus der Galaxy-S20-Reihe von Samsung. Laut der Bundesdruckerei sähen die vorgesehenen Sicherheitselemente wie ein integriertes „Secure Element“ oder die eSIM-Karte „keine Einschränkung von Smartphones“ vor. Das Bundeswirtschaftsministerium geht davon aus, dass noch dieses Jahr wichtige Fortschritte bei der Nutzung von Online-Ausweisen über Smartphones erzielt werden können.

via BMWi

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