Es handelt sich um ein Prestigeprojekt des türkischen Präsidenten Erdogan: Ein türkisches Elektroauto namens Togg. Mit Standardware will sich die Regierung dabei nicht zufrieden geben. Stattdessen wird immer wieder der Vergleich mit Tesla bemüht – also dem Goldstandard in Sachen Elektromobilität. Um die Vision zu verwirklichen haben sich daher gleich fünf einheimische Firmen zusammengeschlossen. Gleichzeitig scheut man sich aber auch nicht, Expertise von außerhalb zu holen. So wird das Projekt von Gürcan Karkas geleitet, der zuvor 27 Jahre bei Bosch gearbeitet hat. Nun wurde bekannt, dass auch die für Elektroautos entscheidende Batterieproduktion nicht in der Türkei stattfinden wird. Stattdessen sollen die Batteriezellen im sachsen-anhaltinischen Bitterfeld hergestellt werden. Auch dies ist allerdings nur Teil einer großen internationalen Kooperation.


Bild: TOGG

Es geht um bis zu 175.000 Elektroautos pro Jahr

Denn die Batterie-Fabrik in Bitterfeld wird nicht von einem deutschen Konzern gebaut. Vielmehr handelt es sich um ein Projekt des chinesischen Herstellers Farasis. Dieser wiederum wird nicht nur einfach die Batteriezellen liefern, sondern auch an der Entwicklung der kompletten Batteriemodule beteiligt. Um diesen Auftrag hatten sich den Angaben der Togg-Chefetage zufolge dreißig Unternehmen aus aller Welt beworben. Nun soll ein gemeinsames Joint-Venture gegründet werden, das bereits Anfang nächsten Jahres die Arbeit aufnehmen könnte. Läuft alles nach Plan müssen die beiden Partner dann durchaus erhebliche Mengen an Batterien produzieren. Denn zukünftig sollen unter der Marke Togg bis zu 175.000 Elektroautos jährlich vom Band laufen. Zuvor allerdings muss zunächst kräftig investiert werden. Insgesamt stehen den Managern dafür 3,3 Milliarden Euro zur Verfügung.

In Bitterfeld werden auch Batterien für Mercedes produziert

Farasis wiederum konnte sich durch die Kooperation einen weiteren Großabnehmer sichern. Die Fabrik in Bitterfeld wird allerdings keinesfalls ausschließlich das türkische Konsortium beliefern. Vielmehr ist geplant, dass dort auch Batterieprodukte für die nächste Elektroauto-Generation EQ von Mercedes hergestellt werden. Die Geschichte von Farasis ist ohnehin sehr interessant. Denn gegründet wurde das Unternehmen schon im Jahr 2002 in Kalifornien. Inzwischen handelt es sich aber um eine chinesische Firma mit Sitz in Ganzhou. Bitterfeld wiederum wird der neue Europa-Sitz für den Konzern. Für die vergleichsweise kleine Stadt in Sachsen-Anhalt ist dies eine bedeutende Ansiedlung. Zumal in das neue Werk stolze 600 Millionen Euro investiert werden sollen. Aktuellen Planungen zufolge soll die Produktion mit rund 600 Arbeitern im Jahr 2022 beginnen. Im selben Jahr wird dann auch der Togg auf den Markt kommen.


Via: Handelsblatt

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