Milch aus der Tüte soll künftig frisch schmecken, Vitamine enthalten und so lange haltbar sein wie die heute angebotene H-Milch. Das ist das Ziel von Elena Kohler, die das Konzept im Rahmen ihrer Masterarbeit am Fachgebiet „Milchwissenschaft und -technologie“ von Professor Jörg Hinrichs von der Universität Hohenheim in Stuttgart optimiert. Es sieht vor, die Milch, die direkt vom Bauern kommt, in zwei Fraktionen aufzuteilen. Die erste enthält neben Mikroorganismen, die abgetötet werden müssen, damit die Milch haltbar bleibt, vor allem hitzestabiles Milchprotein. Die zweite Fraktion, Mikroproteinphase genannt, enthält die wärmeempfindlichen wertvollen Nährstoffe und Proteine.


Die neue Milch braucht keine Kühlung

Die beiden Fraktionen werden unterschiedlich hoch erhitzt. Die erste aus 135 bis 140 Grad Celsius, Das überlebt kein Mikroorganismus. Bei der zweiten begnügt sich Kohler mit weitaus weniger. Nachdem beide Flüssigkeiten abgekühlt sind werden sie zusammengeführt. Fertig ist die wohlschmeckende und gesundheitsfördernde Milch, die ohne Kühlung wochen- oder gar monatelang haltbar ist. In ihrer Masterarbeit geht es jetzt vor allem darum, die Temperaturen und Behandlungszeiten zu optimieren.


Die neue Milch entlastet die Umwelt

Die H-Milch, die heute in den Regalen steht und nicht gekühlt werden muss, ist komplett auf bis zu 140 Grad erwärmt worden. Das zerstört die wertvollsten Inhaltsstoffe. Die benötigte Wärmeenergie liefert in der Regel Erdgas, also ein fossiler Brennstoff, der bei der Verbrennung das Klimagas Kohlendioxid erzeugt. Kohler die Milchfraktionen statt mit Dampf in großen Mikrowellen erwärmen. Diese werden mit Strom betrieben, der in Deutschland und anderen Ländern zunehmend aus erneuerbaren Quellen wie Wind, Sonne und Wasser stammt. Gelänge es, ausschließlich Ökostrom zu nutzen wäre das Verfahren umweltneutral. Weiterer Vorteil für das Klima: Die Milch müsste nicht mehr gekühlt werden, ein Prozess, der sehr viel Energie verschlingt. Zumindest beim Transport mit Kühllastwagen wird weiteres Kohlendioxid frei.

Zur Qualitätskontrolle werden Proben der neuartig erzeugten Milch bei Raumtemperatur und bei 30 Grad Celsius eingelagert und in regelmäßigen Abständen über drei Monate hinsichtlich des Keimgehalts, der Qualität und ihres Geschmacks analysiert und verglichen.

via Universität Hohenheim

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