Je früher eine Krebserkrankung erkannt wird, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit einer erfolgreichen Behandlung. Je einfacher der Nachweis also vonstattengehen kann, desto besser. Forschern der schwedischen Umeå University ist dabei nun eine interessante Entwicklung gelungen. Sie haben ein Verfahren entwickelt, dass anhand einer simplen Blutprobe eine Krebserkrankung erkennen kann. Mehr noch: In den meisten Fällen zeigt die Blutanalyse auch, wo im Körper sich die Tumorzellen befinden. Auf diese Weise können aufwendige Gewebeentnahmen – so genannte Biopsien – vermieden werden. Zukünftig soll das Verfahren zudem noch so erweitert werden, dass es auch Aufschlüsse über die beste Behandlungsmethode gibt.


Blutstropfen
Foto: precious drop, , Rosmary, Flickr, CC BY-SA 2.0

Ergebnis der Blutprobe war in 96 Prozent der Fälle korrekt

Dabei machen sich die Forscher die Tatsache zunutze, dass Tumorzellen immer winzige Bruchstücke in den Blutkreislauf abgeben. Diese unterscheiden sich in ihrem genetischen Code aber von gesunden Zellen – beispielsweise teilen sie sich deutlich schneller. Durch eine Analyse der Nukleinsäure RNA können die Forscher dann sehen, ob sich Krebszellen im Körper befinden. Bei einem ersten Test mit 283 Patienten – darunter 228 mit einer Krebserkrankung – bewies der Test dabei eine Zuverlässigkeitsrate von 96 Prozent. Besonders wichtig dabei: Nahezu alle Krebsformen ließen sich durch die Analyse der Blutprobe nachweisen. Bei immerhin 71 Prozent der Blutproben konnte der Tumor zudem auch korrekt lokalisiert werden.

Auch die DANN von Tumoren lässt sich im Blut finden

“In der Studie wurden beinahe alle Krebsformen nachgewiesen, was beweist, dass blutbasiere Biopsien eine immenses Potential besitzen, die Krebsfrüherkennung zu verbessern“, erklärt Jonas Nilsson, Co-Autor der Studie. Er fügt zudem hinzu: „In der Lage zu sein, Krebs in einem frühen Stadium zu erkennen, ist absolut essentiell.“ Einen ähnlichen Ansatz verfolgen zudem Forscher am „Institute of Cancer Research“ in London. Dort wird allerdings das Blut auf DNA von Tumoren untersucht. Das Ziel dabei: Eine zurückkehrende Bluterkrankung so früh wie möglich zu erkennen. Bisher allerdings erreichte der DNA-Nachweis lediglich einen Korrektheitsgrad von 80 Prozent.


Via: Umeå University

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