Die Idee hinter dem Startup Emil ist vergleichsweise einfach: Unfälle passieren in aller Regel nur, wenn das Auto auch gefahren wird. Oder anders ausgedrückt: Je mehr Kilometer abgespult werden, desto größer auch die Wahrscheinlichkeit, dass etwas passiert. Die meisten konventionellen Tarife bilden dies aber nur bedingt ab. Faktisch ist es daher so, dass Leute, die nur selten fahren, tendenziell zu hohe Beiträge zahlen. Umgekehrt profitieren Vielfahrer von vergleichsweise niedrigen Beiträgen. Dies soll sich mit der neuen Art der Versicherung nun ändern. Denn bei Emil gibt es lediglich eine Grundgebühr in Höhe von fünf Euro pro Monat. Darüberhinaus richtet sich die zu zahlende Summe nach den tatsächlich gefahrenen Kilometern. Wer weniger als 200 Kilometer pro Woche fährt, könnte von diesem Modell profitieren.


Bild: Volkswagen

Das Fahrverhalten spielt für den Tarif keine Rolle

Damit die Abrechnung reibungslos funktioniert, erhält der Kunde ein smartes Modul, das über die OBD2-Schnittstelle mit dem Auto verbunden wird. Die so aufgezeichneten Daten werden nicht nur für die Abrechnung verwendet, sondern auch, um dem Kunden nützliche Dienste per App zur Verfügung zu stellen. So können sie sich beispielsweise anzeigen lassen, wo das Auto aktuell geparkt ist. Zukünftig sind noch weitere Features geplant – etwa eine Art Trainingsfunktion für spritsparendes Fahren. Abgesehen davon spielt das Fahrverhalten für die Versicherung allerdings keine Rolle. Verschiedene andere Anbieter experimentieren aktuell hingegen mit Angeboten, bei denen besonders vorsichtiges Fahren mit Rabatten belohnt wird. Dies ist bei Emil ausdrücklich nicht geplant. Das Startup kooperiert mit bekannten Namen aus der Branche: Die Schadensregulierung hat beispielsweise die Gothaer Versicherung übernommen.

Die beiden Gründer haben turbulente Zeiten hinter sich

Hinter Emil stehen zwei aus der Szene bekannte Namen: Bastian Knutzen und Chris Maslowski gründeten vor einigen Jahren die Umzugsfirma Movinga. Ihr Abschied dort erfolgte allerdings unter durchaus turbulenten Umständen. So beschwerten sich zahlreiche Kunden über den Service des Unternehmens und es stand der Vorwurf im Raum, es seien Zahlen gefälscht wurden. Ein entsprechendes Ermittlungsverfahren wurde inzwischen allerdings eingestellt. Heute gehen die beiden Gründer offen mit den Problemen um: Movinga sei zu schnell gewachsen und ihnen daher über den Kopf gewachsen. Diese Erfahrung soll nun helfen, bei Emil die gemachten Fehler nicht zu wiederholen. Einige bekannte Gründer konnten von dem Konzept bereits überzeugt werden und haben als Business Angel in die neue Autoversicherung investiert.


Via: Emil

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