Studenten der ETH Zürich haben ein Elektromotorrad entwickelt, dass mit einer Akkuladung rund 400 Kilometer weit kommen soll. Die Reichweite liegt damit deutlich höher als bei den meisten heute auf dem Markt erhältlichen Modellen. Möglich wird dies durch intelligent zum Einsatz gebrachte Technologie. Denn bei einem Motorrad entsteht rund 75 Prozent der Bremsenergie am Vorderrad. Die bisher verkauften Elektromotorräder haben dort aber keinen Motor. Die Energie geht also ungenutzt verloren. Das neu entwickelte Schweizer Modell hat daher zwei Radnabenmotoren. Diese kommen auf eine Dauerleistung von immerhin 22 kW. Viel wichtiger aber: Sie sorgen dafür, dass der Akku beim Bremsen und bei Fahrten bergab wieder aufgeladen wird. Auf diese Weise kann die Reichweite erhöht werden, ohne dass die verbaute Batterie schwerer werden muss.


Bild: Ethec

Eine thermodynamische Kühlung schont die Batteriezellen

Hinzu kommt natürlich der Fakt, dass das Ethec genannte E-Motorrad somit auch über einen Allradantrieb verfügt – was den Fahrspaß auf einigen Untergründen durchaus erhöhen dürfte. Neben der Rekuperation der Bremsenergie verweisen die Schweizer Studenten zudem auf eine weitere Neuentwicklung: Eine thermodynamische Kühlung hält die Batteriezellen stets auf einer konstanten Temperatur. Dadurch soll die Langlebigkeit des Akkus erhöht werden. Außerdem reduzieren sich den Angaben der Entwickler zufolge die notwendigen Reperatur- und Wartungsarbeiten. Ob dies allerdings tatsächlich auch so eintrifft, wird sich erst bei den ersten Langzeittests zeigen. Das hinter dem Ethec stehende Konzept scheint aber in jedem Fall vielversprechend zu sein. Bisher ist es aber ein reines Forschungsprojekt. Ein Prototyp für eine mögliche Serienproduktion existiert noch nicht.

Die Spitzengeschwindigkeit liegt eher niedrig

Neben den beiden großen Neuentwicklungen haben sich die Forscher zudem noch einige kleinere Features einfallen lassen. So benötigt der Fahrer keinen Schlüssel mehr, sondern startet das Motorrad einfach per Knopfdruck. Ein Beacon, der mit dem Fahrzeug per Bluetooth kommuniziert, sorgt dafür, dass nur autorisierte Personen mit dem E-Motorrad fahren können. Wichtige Daten und Fakten wie die aktuelle Geschwindigkeit werden zudem nicht mithilfe eines klassischen Armaturenbretts angezeigt. Stattdessen wurde ein sieben Zoll großes Display installiert. Für Motorradfans bringt Ethec aber auch zwei Nachteile mit sich: Zum einen fehlt bei einem Elektromotorrad natürlich der klassische Sound. Zum anderen erreicht das Gefährt nur eine Maximalgeschwindigkeit von 135 Stundenkilometern.


Via: Ethec

Teile den Artikel oder unterstütze uns mit einer Spende.
PayPal SpendeAmazon Spendenshopping

1 Kommentar

  1. Uwe

    29. Juni 2018 at 08:18

    Genau das was die Motorrad-Welt braucht:

    1. Die Geschwindigkeit ist völlig ausreichend und mit der extremen Beschleunigung beim Überholen sicherer als alles was auf dem Markt ist – wenn der Fahrer damit umgehen kann!

    2. Das Geräusch fehlt: Na, endlich! Millionen Anwohner an deutschen Landstraßen (in bis zu 5 km Entfernung werden teilweise noch 70 db gemessen) und Ortsdurchfahrten sind dankbar. Die Motorradfahrer können auch besser fahren, weil die eigenen Ohren geschont werden und die typischen Vibrationen in den Knochen nachts nicht mehr nachwirken. (ähnlich wie beim Bohrhammer-Gebrauch – nur stehen dort Warnhinweise drauf)

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.